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Wie Sie Ihrem neuen Berater umgehend zu einem guten Start verhelfen!

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Wie Sie Ihrem neuen Berater umgehend zu einem guten Start verhelfen!

Erich Kammerer Erich Kammerer vor 9 Jahren
20 Minuten zum Lesen

Sie sind ganz aus dem Häuschen! Ihr brandneuer Geschäftspartner hat den Antrag unterschrieben, ihn eingeschickt und wartet nun darauf, Starterkit und Produkt in Empfang zu nehmen. Als gut geschulter Sponsor haben Sie ein „Einstiegstraining“ innerhalb der ersten 48 Stunden in der Netzwerkmarketing-Karriere Ihres neuen Geschäftspartners vereinbart.

Sie setzen sich also mit Ihrem neuen Geschäftspartner an den Küchentisch, nehmen das Handbuch für neue Berater zur Hand, schlagen sofort den Part mit den „Gedächtnisstützen“ auf und fangen an zu lesen:

  • Welche rothaarigen Menschen kennen Sie?
  • Wen kennen Sie, der/die einen Mini-Van fährt?
  • Wer kümmert sich um Ihre steuerlichen Angelegenheiten?
  • Wer ist Ihr Friseur?
  • Wer mäht Ihren Rasen?
  • Wer repariert Ihr Auto?
  • Haben Sie das Verzeichnis Ihrer ehemaligen Mitschüler zur Hand?
  • Wie schaut’s mit dem Jahrbuch der Grundschule aus?

Sie gehen Punkt für Punkt durch – Sie sind mit dieser Ausbildungsmethode bestens vertraut, schließlich haben Sie schon oft danach gearbeitet.

Sie pausieren einen Moment, um zwischen den Fragen Luft zu holen und werfen quer über den Tisch einen Blick auf die Liste Ihres Beraters und stellen fest  … es stehen lediglich acht Namen darauf! Da sollten jetzt mindestens fünfzig stehen! Sie schauen auf und entdecken nur Angst und Zweifel im Gesicht Ihres Gegenübers, als er mit einem Schulterzucken sagt: „Ich kenne sonst wirklich niemanden …“

Aus Ihrem Frust heraus stellen Sie ein paar weitere Fragen, die Sie unter den Beispielen finden … und dennoch: Ihrem neuen Berater fällt nichts weiter dazu ein. Ihre Begeisterung verpufft fast genauso schnell wie die Ihres neuen Geschäftspartners. Das ist nicht gut.

Haben Sie einen Blindgänger gesponsert?
Wir gehen diese unbefriedigende Übung buchstabengetreu durch, nehmen uns jedoch kaum einen Moment Zeit, um festzustellen, ob sie nun tatsächlich funktioniert oder nicht. Warum nicht einmal darüber nachdenken, was dem neuen Berater durch den Kopf geht?

Er denkt vielleicht: „Solange ich mir nicht meinen ersten Bonusscheck verdient habe, möchte ich mit niemandem über dieses Geschäft sprechen.“ Oder: „Es ist mir unangenehm, wenn mein Sponsor mit meinen Freunden über dieses Geschäft spricht.“ Oder: „Je mehr Namen ich aufschreibe, umso mehr Ablehnung erwartet mich möglicherweise.“

Die meisten Berater sind keine Blindgänger, und sie sind auch nicht faul. Sie wollen jedoch alles vermeiden, was mit Ablehnung verbunden ist. Warum machen Sie daher aus dieser Übung nicht etwas, was Ihrem Berater gelegen kommt? Wie wär’s denn, wenn Sie Ihrem neuen Geschäftspartner sagen: „Sie müssen niemanden auf Ihrer Liste bitten, in Ihr Netzwerkmarketing-Geschäft einzusteigen, Sie müssen die Betreffenden nicht einmal bitten, Produkte zu kaufen.“

Menschen nicht als Geschäftspartner anwerben zu müssen, schützt vor Ablehnung.
Oder vielleicht haben Sie es auch mit Beratern zu tun, die erklären: „Oh, ich möchte meinen Freundeskreis und meine Verwandtschaft nicht darauf ansprechen. Sie würden das Ganze nicht verstehen. Ich könnte sie nicht davon überzeugen, sich meinem Vertriebskonzept anzuschließen. Lassen Sie mich stattdessen völlig fremde Menschen aus einem anderen Bundesland kontaktieren. Vielleicht versuche ich ganz einfach nur, sie telefonisch oder per Post zu überzeugen. Wo kann ich eine Anzeige schalten oder an welche Interessenten Postkarten schicken?“

Wenn schon Freunde und Nahestehende keinen Gefallen an Ihrer Präsentation finden, dann scheitern Sie damit erst recht bei Fremden.

Gelingt es uns nicht, Bekannte zu unseren Geschäftspartnern zu machen, Leute, zu denen wir bereits eine positive Beziehung aufgebaut haben, dann ist die Idee, Menschen ins Geschäft zu bringen, die uns total fremd sind, abwegig! Vielleicht gehen wir schlicht und einfach von der Überzeugung aus, dass die Lage anders aussieht, wenn wir neue Leute finden, die uns nicht kennen.

Betrachten wir das Ganze doch einmal realistisch. Treffen wir den Entschluss, uns an Fremde zu wenden – statt an unseren warmen Markt, unser persönliches Umfeld – dann sagen wir damit:

  • „Ich habe keine Vertrauen in mich.“
  • „Ich habe kein Vertrauen in mein Vertriebskonzept.“
  • „Ich habe kein Vertrauen in mein Produkt.“
  • „Ich schäme mich viel zu sehr, um meine Freunde darauf anzusprechen.“
  • „Ich bin nicht davon überzeugt, dass dieses Konzept für andere ein gutes Geschäft ist.“
  • „Es beunruhigt mich, was meine Freunde von mir denken könnten.“
  • „Ich habe Angst, dass meine Freunde nicht einsteigen, und ich abgewiesen werde.“
  • „Was, wenn mein Konzept sich als Fehlschlag erweist? Ich sorge wohl besser dafür, nur Fremde anzusprechen, die mich nicht kennen.“
  • „Was, wenn ich scheitere? Dann möchte ich nicht, dass meine Freunde und Angehörigen wissen, dass ich es dennoch versucht habe.“

Wir treffen also den Entschluss, unseren Freunden und Angehörigen unser Angebot als „streng geheim“ vorzuenthalten … Aber ist das den Betreffenden gegenüber fair?

Nein.

Noch bevor wir nun unsere Beraterunterlagen lesen, bevor wir unsere Präsentation optimieren, bevor wir an uns selbst und dem Bild, das wir von uns haben, arbeiten oder unseren Sponsor zu Mailingadressen oder Anzeigen befragen, bevor irgendetwas anderes passiert, müssen wir erst einmal der für uns einzig und allein relevanten Verpflichtung im Network-Marketing nachkommen.

Von welcher Verpflichtung ist hier die Rede?
Unsere Aufgabe ist es, unsere Mitmenschen über unsere Produkte und Serviceleistungen zu informieren, genauso wie über die Möglichkeiten des passiven Einkommens. Wissen die Interessenten über die Fakten Bescheid, ist es an ihnen zu entscheiden, was das Beste für sie ist. Es ist nicht unsere Aufgabe, unsere Produkte zu verkaufen, um unsere Interessenten davon zu überzeugen, ins Geschäft einzusteigen. Unsere Aufgabe ist schlicht und einfach, unsere Interessenten über die Fakten zu informieren, damit sie die für sie persönlich beste Entscheidung treffen können.

Das ist alles. Network-Marketing hat nichts mit „Drückermethoden“ im Verkauf, Überzeugungsarbeit, Manipulation, Kaltkontakten oder mit Zwang zu tun! Network-Marketing heißt ganz einfach, Interessenten eine zusätzliche Chance in ihrem Leben aufzuzeigen und die Möglichkeit zu bieten, besagte Chance zu ergreifen, wenn sie damit ihre Wünsche und Vorstellungen realisieren können. Hier liegt unsere Aufgabe – unsere Interessenten zu informieren. Das ist das, was wir als Networker machen. Das entspricht allerdings nicht der einen Verpflichtung, die wir haben.

Großartige Neuigkeiten für alle neuen Netzwerkmarketingleute
Wie wir festgestellt haben, ist Network-Marketing im Endeffekt gar nicht so kompliziert. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, potentielle Geschäftspartner zu informieren und sie ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen.

Als Netzwerkmarketingleute haben wir jedoch eine sehr ernst zu nehmende Verpflichtung. Sponsere ich einen neuen Berater, dann erzähle ich den Betreffenden:

  • „Sie sind nicht verpflichtet, einen hohen Umsatz mit Endkunden zu erzielen. Natürlich wäre es schön, es ist jedoch kein Muss.“
  • „Sie sind nicht verpflichtet, viele Produkte und Serviceleistungen zu kaufen oder in Anspruch zu nehmen. Wie gesagt, es wäre schön, Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet.“
  • „Sie sind nicht verpflichtet, Ihre Freunde zu schikanieren, dass sie zu Informationsveranstaltungen kommen sollen.“
  • „Sie sind nicht verpflichtet, am Firmenkongress teilzunehmen.“
  • „Sie sind nicht verpflichtet, jeden Abend in der Woche Sponsoring-Gespräche zu führen.“
  • „Sie sind nicht einmal verpflichtet, mich zurückzurufen!“

Toll! Jetzt ist mein neuer Geschäftspartner so richtig begeistert. Er denkt sich: „Das ist nun wirklich mal ein großartiges Angebot. Ich bin zu keinem der genannten Punkte verpflichtet. Aber Halt: Er hat gesagt, dass es da eine Verpflichtung gibt. Eine einzige Verpflichtung. Um welche Verpflichtung geht es dabei?“

Ja, wir haben nur einer einzigen Verpflichtung nachzukommen. Alles andere im Network-Marketing ist als Option anzusehen. Um was handelt es sich nun bei besagter Verpflichtung?

Wir müssen unsere Freunde, Angehörigen, Nachbarn und Arbeitskollegen von unserem Entschluss in Kenntnis setzen, nebenberuflich mit dem Aufbau eines eigenen Network-Marketing-Geschäfts an den Start zu gehen!

Das ist alles. Zu mehr sind wir nicht verpflichtet.

Sie sehen also:

  • Wir müssen unsere Freunde nicht von unseren Produkten oder Serviceleistungen überzeugen.
  • Wir müssen unsere Nachbarn nicht für unser Network-Marketing-Geschäft sponsern.
  • Wir müssen unsere Arbeitskollegen nicht zu Informationsveranstaltungen einladen.
  • Sollten uns unsere Angehörigen nicht um Informationen bitten, dann müssen wir ihnen unser Geschäft oder unser Produkt nicht einmal vorstellen.

Wir sind lediglich dazu verpflichtet, unsere Freunde, Angehörigen, Nachbarn und Arbeitskollegen davon in Kenntnis zu setzen, dass wir uns entschlossen haben, nebenberuflich mit dem Aufbau unseres eigenen Network-Marketing-Geschäfts loszulegen.

Sie wollen damit sagen, dass wir uns keine ausgefallenen Präsentationen aneignen oder unser Vertriebskonzept konstant unwilligen Angehörigen zeigen müssen?

Ja! Genau das.

Wir müssen für unsere Bekannten keine Präsentationen machen, es sei denn, sie bitten uns ganz gezielt darum.
Wir müssen nicht drängen oder Produkte an Uninteressierte verkaufen.
Und wir müssen uns mit unseren Verkaufsmaschen auch bei Hochzeitsempfängen oder Familienfesten nicht unbeliebt machen.

Das baut auf, oder? Es ist schön, wenn uns diese Last von den Schultern genommen wird.

Warum ist es nun so wichtig, unser Umfeld darüber zu informieren, dass wir dabei sind, unser eigenes Network-Marketing-Geschäft aufzubauen?

Weil wir nicht irgendwann einmal mit dem Vorwurf konfrontiert werden wollen: „Sie haben uns nie von Ihrem Geschäft erzählt.“

Kündigen wir schlicht und einfach an, dass wir im Network-Marketing-Geschäft tätig sind, werden viele unserer Bekannten zustimmend nicken und erklären: „Das ist schön.“

Und das ist in Ordnung.

Sollten die Betreffenden selbst daran interessiert sein, dann bitten sie uns um weitere Informationen oder kommen zu einer Informationsveranstaltung. Haben sie jedoch kein Interesse, dann können wir weiterleben wie bisher, wohl wissend, dass sie die Chance hatten, sich ein Bild zu verschaffen – indem sie uns einfach darum gebeten hätten.

Einige unserer Bekannten werden sagen: „Hey, mich begeistert mein Job auch nicht so recht. Ich möchte auch ein bisschen mehr Zeit für meine Familie haben. Würden Sie mir wohl etwas über dieses Network-Geschäft erzählen?“

Und das ist okay. Wir können sie daraufhin – wie gewünscht – mit Informationen ausstatten.

Kommen Sie allerdings Ihrer Verpflichtung nicht nach, Ihren persönlichen Bekanntenkreis zu informieren … dann könnten fürchterliche Dinge passieren.

Wie Sie sich vor einem Machete schwingenden Nachbarn schützen
Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten seit sechs Monaten nebenberuflich im Network-Marketing. Sie haben sich jeden aus Weiterempfehlungen resultierenden Bonusscheck aufgespart, und Sie können sich deshalb endlich Ihren Traumurlaub auf Tahiti leisten.

Da Ihr regulärer Job alle monatlichen Kosten abdeckt, konnten Sie alle Bonusschecks als monatliches Zusatzeinkommen sparen. Während Sie nun an Bord der 747 der Air Tahiti gehen, denken Sie sich: „Es war eine hervorragende Entscheidung, nebenher im Network-Marketing aktiv zu werden. Sollte sich mein Geschäft weiterhin so positiv entwickeln, dann werde ich alle drei Monate einen Traumurlaub buchen! Zum Glück hat mir mein ‚Spezl‘ von diesem Network-Marketing-Geschäft erzählt.“

Auf Tahiti angekommen, werden Sie zu einem atemberaubenden Strand gebracht. Bei sanften Ozeanwellen entspannen Sie in Ihrer Hängematte, während die Kellner Ihres Urlaubsdomizils Ihnen Ihr Lieblings-Cocktail servieren. Musik umschmeichelt Sie. Der Wind ist erfrischend. Und Ihnen steigt der köstliche Duft vom „Hühnchen Teriyaki“ in die Nase, das ganz in Ihrer Nähe auf dem Grill zubereitet wird.

A-a-a-h! Besser kann es gar nicht werden.

Aber warten Sie’s nur ab!

Sie machen einen kleinen Punkt am Horizont aus, der sich zu bewegen scheint. Ja, er bewegt sich tatsächlich. Der Punkt wird immer größer. Er bewegt sich auf Sie zu.

Der Punkt wird größer und größer und Sie stellen fest, dass es in Wirklichkeit ein Mensch ist. Und besagter Mensch zieht eine alte Decke hinter sich her.

Schon bald marschiert diese Person genau in Richtung Ihrer Hängematte, breitet ihre alte Decke auf dem Sand aus und lässt sich darauf fallen, um ein paar Sonnenstrahlen zu tanken. Sie schauen auf diese Figur auf der Decke herunter und entdecken plötzlich, dass dieser Mensch … Ihr Nachbar von nebenan ist!

Was für eine Überraschung! Was für ein Zufall! Sie wenden sich Ihrem Nachbarn zu und begrüßen ihn mit einem: „Hallo!“

Ihr überraschter Nachbar stottert: „Oh, oh, oh – Sie sind’s. Das kann ich ja gar nicht glauben! Da sind wir nun Tausende von Kilometern von zu Hause entfernt, und wir treffen uns ausgerechnet hier am Strand! Das ist ja unglaublich!“

Darauf Sie: „Ich bin auch völlig überrascht. Wie sind Sie auf diesen schönen Flecken gekommen?“

Ihr Nachbar lässt den Kopf hängen. Er runzelt die Stirn und murmelt traurig vor sich hin: „Wissen Sie, ich führe ein erbärmliches Leben. Ich muss in drei Jobs Geld verdienen, nur um die Miete für unsere Familie zu zahlen. Ich stecke bis über beide Ohren in Schulden. Die Kreditrate für mein Auto ist überfällig. Es gibt keine Aussichten, in meinem Job Karriere zu machen. Ich besitze keinen Pfennig. Ich bin am Ende!

Also habe ich mir gedacht, ich könnte mir genauso gut wenigstens einmal in meinem jämmerlichen Leben einen dreitägigen Urlaub gönnen, damit es zumindest eine angenehme Erinnerung für mich gibt, bevor ich sterbe. Um hierher zu kommen, habe ich einen weiteren Kredit aufgenommen, meine fünf Kreditkarten ausgereizt, habe mir das Geld vom Ausbildungskonto meiner Kinder gestohlen und sogar ihre Sparschweinchen geplündert, nur um genug Geld für dieses Ticket zusammenzukratzen.

Und was ist mit Ihnen? Was hat Sie hierher verschlagen?“

Jetzt kommt der Moment der Wahrheit

Sie erwidern:

„Ich habe vor etwa sechs Monaten angefangen, mir nebenberuflich mein eigenes Network-Marketing-Geschäft aufzubauen. Das ist wirklich etwas Hervorragendes. Ich werde dafür bezahlt, dass ich meinen Mitmenschen davon erzähle. Also habe ich mir die letzten paar Bonusschecks zusammengespart, und schon bin ich hier. Dieses Geschäft auf Teilzeitbasis läuft so gut, dass ich wahrscheinlich in drei Monaten hier wieder eine Woche Urlaub machen werde. Es ist einfach phantastisch. Es ist in der Tat so wunderbar, dass ich … oh, oh, ich habe vergessen, Ihnen davon zu erzählen, stimmt’s?“

Das Gesicht Ihres Nachbarn läuft rot an. Langsam steht er von seiner Decke auf und geht hinüber zum Grill, neben dem Deko-Figuren aus Eis gehauen werden.

Er greift nach der rasiermesserscharfen Machete und setzt sich langsam wieder in Ihre Richtung in Bewegung. Als er mit seinem Arm ausholt … huch, hier hören wir wohl besser auf, bevor es übel wird.

Wie schon gesagt: Sollten Sie Ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, Ihr unmittelbares Umfeld zu informieren … dann könnten sich fürchterliche Dinge ereignen.

Denken Sie daran: Wir müssen unserem persönlichen Umfeld die Möglichkeit geben, uns um weitere Informationen zu bitten.

Wir müssen den Betreffenden unsere Präsentation nicht aufzwingen. Wir müssen sie nicht unter Druck setzen, damit sie Berater werden. Alles, was wir zu tun haben, ist ihnen weitere Informationen zu geben, wenn sie darum bitten.

Mit dieser Vorgehensweise umschiffen Sie übrigens auch Macheten-Attacken aus heiterem Himmel.

Wie Sie sich auch von Ihrer eigenen Tante nicht in Verlegenheit bringen lassen

Stellen Sie sich vor, Sie sind zur zweiten Hochzeit Ihrer Cousine eingeladen. Sie sitzen an diesem Abend mit etwa zwölf weiteren Gästen an einer der Tafeln. Ihre Tante, die zu diesem Zeitpunkt dem kostenlosen Champagner schon reichlich zugesprochen hat, sitzt am gleichen Tisch wie Sie. Sie hat die Unterhaltung an sich gerissen, und eine ihrer ersten Äußerungen ist zu Ihrer Überraschung folgende:

„Ich bin gerade erst vergangenen Monat in dieses hervorragende Network-Marketing-Geschäft eingestiegen, das ich von zu Hause aus führen kann. Es nennt sich ‚Schokolade ist mein bester Freund‘ und mir geht’s ganz prächtig!“

Das ist doch nicht zu glauben; Sie selbst sind bei „Schokolade ist mein bester Freund“ bereits vor mehr als einem Jahr eingestiegen und haben Ihrer Tante nicht einmal das Angebot gemacht, Ihr Geschäftspartner zu werden. Sie haben ihr noch nicht einmal verraten, dass Sie sich für diese Tätigkeit entschieden haben!

Aber es kommt noch schlimmer … sie wendet sich nun nach und nach an jeden in der Tischrunde und erkundigt sich, ob die Betreffenden schon von „Schokolade ist mein bester Freund“ gehört haben. Sie kontaktiert Ihren warmen Markt.

Ihnen bricht langsam der Schweiß aus – es ärgert Sie, dass Ihre Tante schon lange in Ihrer Organisation sein könnte, aber das ist noch nicht alles; was antworten Sie bloß auf ihre Frage, ob Sie schon von „Schokolade ist mein bester Freund“ gehört haben?

Werden Sie darauf erwidern: „Ja, ich habe bereits von ‚Schokolade ist mein bester Freund‘ gehört, genau genommen bin ich bereits über ein Jahr bei dieser Firma … ich war einfach der Meinung, dass Du als prädestinierte Verliererin nie und nimmer für so ein Geschäft in Frage kämest und habe Dich also auch nie davon in Kenntnis gesetzt.“

Als ob’s damit nun nicht schon schlimm genug gewesen wäre.

Drei Monate später nehmen Sie am nationalen Kongress Ihres Unternehmens teil. Mit jeder Stunde, die vergeht, nimmt Ihre Begeisterung über all die Neuankündigungen zu. Dann beginnt die Auszeichnung der Berater. Je höher die Auszeichnung, desto mehr Bewunderung empfinden Sie für diejenigen, die dort auf die Bühne gehen.

Plötzlich hören Sie den Namen Ihrer Tante über die Lautsprecheranlage der Halle. Könnte wirklich Ihre Tante gemeint sein? Ausgeschlossen! Das muss wohl jemand anders mit demselben Namen sein. Sie blicken zur Bühne, und … es ist Ihre Tante, die da in all ihrer Herrlichkeit über die Bühne schreitet, um ihre Super-Triple-Diamond-Platin-Nadel in Empfang zu nehmen. Während Sie sie voller Ehrfurcht anstarren, sehen Sie, wie sie Ihnen direkt zuwinkt!

Das Leben ist einfach nicht fair!

Sie sind bereits ein Jahr länger im Geschäft, und doch steht sie jetzt auf der Bühne und ist fünf Qualifikationsstufen weiter als Sie! Sie haben an mehr Marketing-Trainingsveranstaltungen teilgenommen, Sie waren viel häufiger Gastgeber beim Informationsabend vor Ort, Sie haben weitaus mehr Bücher zum Thema gelesen, Sie kennen sich besser mit dem Vergütungsplan aus, Sie haben mehr Broschüren verteilt, mehr Gespräche mit Kaltkontakten geführt und sogar eine überregionale Anzeige geschaltet!

Ihr Frust entwickelt sich postwendend zur Überreaktion.

Warum steht Ihre Tante auf der Bühne, während Sie noch darum kämpfen, die nächste Qualifikationsstufe zu erreichen?

Und in der nächsten Stunde rasten Sie erst einmal aus und legen sich Dutzende Gründe zurecht, um vor sich selbst zu rechtfertigen, warum Ihre Tante auf der Bühne steht und nicht Sie.

  • „Sie hat einfach Glück gehabt und wahrscheinlich in ihrem ersten Monat bereits drei Führungskräfte ins Geschäft gebracht!“
  • „Sie hat mehr Zeit, um ihr Geschäft aufzubauen.“
  • „Sie hat einen besseren Sponsoren.“
  • „Das Geschäft lässt sich leichter aufbauen, wenn man erst einmal die höheren Qualifikationsstufen erreicht hat.“
  • „Die Mitarbeiter in der Zentrale mögen sie einfach lieber.“
  • „Sie geht mehr aus sich heraus.“
  • „Es macht nichts, wenn ich 10 Jahre mehr als meine Tante brauche, um an die Spitze zu kommen, schließlich bin ich mindestens 10 Jahre jünger, und damit gleicht sich das Ganze wieder aus!
  • „Ihr Zuhause eignet sich besser für Treffen, und sie hat ein besseres Fernsehgerät, um das Firmenvideo zu zeigen.“

Die Quintessenz ist, dass Ihre Tante ihr persönliches Umfeld informiert hat und Sie nicht. Sie vergewissert sich auch, dass jede Führungskraft in ihrer Gruppe den Prozess der Informationspflicht durchläuft. Unabhängig davon, was Sie sonst in Ihrem Geschäft vielleicht noch tun – gehen Sie nicht anhand des Informationsprinzips vor, dann kann man darauf wetten, dass Ihr Geschäft sich nicht so schnell entwickelt, wie Sie das gerne hätten.

Sind Sie inzwischen nicht auch der Meinung, dass es ein wenig unfair wäre, Ihren persönlichen Kontakten nichts von diesem großartigen Geschäft zu erzählen? Welches Gefühl hätten Sie denn, wenn jemand Ihnen gegenüber daraus ein Geheimnis machte?

Oder wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihr Nachbar seinen Job aufgeben und alle zwei Monate mit seiner Familie Urlaub machen würde, Ihnen jedoch niemals von seinem geheimen Glückstreffer erzählt hätte – während Sie sich in einem Job verausgaben, den Sie hassen?

Geben Sie Ihrem persönlichen Umfeld die Möglichkeit zu folgender Äußerung: „Nein, ich habe kein Interesse.“ Das schützt vor ernsthaften Macheten-Wunden, die Ihren nächsten Urlaub ruinieren könnten.

Ein weiteres Beispiel zur Veranschaulichung

Puh! Das ist eine lange Erklärung dafür, warum wir jeden über unser Geschäft informieren sollten. Aber betrachten wir das Thema „Information“ aus noch einem anderen Blickwinkel.

Nehmen wir einmal an, Sie haben in einer Einkaufspassage einen Schuhladen eröffnet. Würden Sie dann nicht jeden, den Sie kennen, davon in Kenntnis setzen, dass Sie Ihren eigenen Schuhladen eröffnet haben?

Natürlich würden Sie das.

Selbstverständlich würden Sie die Betreffenden nicht drängen, zur Eröffnung bei Ihnen vorbeizuschauen und Schuhe zu kaufen. Sie würden nicht auf die Idee kommen, einige Kartons voller Schuhe mitnehmen, um sie auf einer x-beliebigen Feier zu verkaufen, und Sie würden auch keine Schuhmusterpaare bei Beerdigungen verteilen!

Sie würden schlicht und einfach jeden, den Sie kennen, darüber informieren, dass Sie Ihren eigenen Schuhladen aufgemacht haben. Brauchen die Betreffenden neue Schuhe, dann setzen sie sich ja vielleicht mit Ihnen in Verbindung.

Genauso läuft es in unserem Geschäft ab. Nicht jeder ist bereit, noch heute nebenberuflich mit einem eigenen Geschäft zu starten. Vielleicht morgen. Vielleicht im nächsten Jahr. Für die meisten Ihrer Bekannten ist jedoch heute nicht der richtige Zeitpunkt.

Oder betrachten Sie das Ganze einmal aus folgender Perspektive. Sollte Ihre Tochter heiraten, würden Sie dann alle Bekannten über die Hochzeit in Kenntnis setzen?  Oder würden Sie die Betreffenden zunächst einmal zu einer Informationsveranstaltung einladen, bei der Sie dann die Hochzeit erklären?

Von jeweils 100 Leuten in Ihrem warmen Markt suchen aktuell 10 bis 15 ernsthaft nach einer Möglichkeit, monatlich ein Zusatzeinkommen zu erzielen. In den meisten Fällen wird es Ihnen aber nicht gelingen, dass besagte 10 bis 15 Leute ihre Hand heben und Sie wissen lassen, dass sie ganz erpicht auf diese Möglichkeit sind!

Warum? In den meisten Fällen wird Ihr neuer Berater nur die ersten 5 bis 10 Leute auf seiner Liste kontaktieren. An diesem Punkt haben sie bereits soviel Ablehnung erfahren, dass es ihnen für die nächsten fünf Jahre reicht. Sie werden niemals die gesamte Liste durchgehen, um die 10 bis 15 begeisterten Interessenten zu finden.

Wenn Sie sich also hinsetzen und Ihren neuen Geschäftspartner bitten, die Namen aller Personen aus seinem warmen Markt zu notieren, dann weihen Sie Ihr Gegenüber zunächst einmal in das Informationsprinzip ein.

Zeigen Sie ihnen auf, was passieren könnte, wenn sie ihren warmen Markt nicht informieren. Ihr Gegenüber wird sich aufmerksam vorbeugen und ganz eifrig die Namen aller Bekannten notieren, statt sich demonstrativ zurückzulehnen und in jeder Phase des Gesprächs gegen Sie anzukämpfen!

Erich Kammerer
Erich Kammerer

Gründer und Geschäftsführer von Life Success Media

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