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Die Formel fürs Scheitern und für Erfolg

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Die Formel fürs Scheitern und für Erfolg

Jim Rohn Jim Rohn vor 5 Jahren
6 Minuten zum Lesen

Scheitern ist kein einzelnes katastrophales Ereignis. Niemand scheitert über Nacht. Scheitern ist vielmehr das Ergebnis einer Aufhäufung von falschem Denken und schlechten Entscheidungen.

Um es noch einfacher auszudrücken: Fehlschläge bestehen aus nichts anderem als aus einigen wenigen, sich täglich wiederholenden Fehlentscheidungen. Warum aber sollte jemand etwas falsch beurteilen und dann so dumm sein, dieses Scheitern auch noch jeden Tag zu wiederholen? Die Antwort hierauf lautet: Weil der- oder diejenige der Meinung ist, dass es keine Rolle spielt.

Einzeln betrachtet erscheinen uns unsere täglichen Handlungen als nicht besonders bedeutungsvoll. Ein kleines Versehen, eine falsche Entscheidung oder eine verschwendete Stunde führen nicht zu einer sofortigen und messbaren Auswirkung. Meist ist es so, dass wir den unmittelbaren Auswirkungen unserer Handlungen entkommen.

Wenn wir uns nicht die Mühe gemacht haben, in den letzten 90 Tagen wenigstens ein einziges Buch zu lesen, so scheint dieser Mangel an Disziplin keine direkte Auswirkung auf unser Leben zu haben. Und da uns nach den ersten 90 Tagen nichts Drastisches geschehen ist, wiederholen wir diese Fehleinschätzung weitere 90 Tage lang und immer so weiter.

Und warum?

Weil es anscheinend nicht wichtig ist. Doch genau hierin liegt die große Gefahr. Noch viel schlimmer als keine Bücher zu lesen ist es, noch nicht einmal zu bemerken, wie folgenschwer dies ist!

Wer zu viel von den falschen Lebensmitteln zu sich nimmt, trägt damit zu künftigen Gesundheitsproblemen bei; doch die Freude des Moments überschattet die Konsequenzen für die Zukunft. Scheinbar spielt es keine Rolle. Wer zu viel raucht oder zu viel trinkt, trifft jahrein jahraus immer wieder diese falsche Entscheidung… weil es ihm ja scheinbar nichts ausmacht.

Doch der Schmerz und das Bedauern, die aus diesen Urteilsfehlern entstehen, werden einfach nur in die Zukunft verlagert. Konsequenzen sind selten sofort spürbar; stattdessen sammeln sie sich bis zum unvermeidlichen Tag der Abrechnung an, und dann müssen wir den Preis für unsere falschen Entscheidungen bezahlen – alles Entscheidungen, die scheinbar völlig unwichtig waren.

Die gefährlichste Eigenschaft beim Scheitern ist seine Unscheinbarkeit.

Kurzfristig betrachtet bewirken diese kleinen Fehler keinerlei Unterschied und wir scheinen vom Scheitern weit entfernt zu sein. Tatsächlich ist es häufig so, dass diese sich wiederholenden falschen Beurteilungen während einer Zeit geschehen, in der wir in unserem Leben große Freude und einen gewissen Wohlstand genießen. Da uns nichts Schlimmes geschieht und da keinerlei unmittelbare Konsequenzen unsere Aufmerksamkeit erlangen, lassen wir uns vom einen Tag zum nächsten treiben, wiederholen dieselben Fehler, denken die falschen Gedanken, hören auf die falschen Stimmen und treffen die verkehrten Entscheidungen.

Der Himmel ist uns gestern nicht auf den Kopf gefallen, also muss unser Tun wohl harmlos gewesen sein. Und da es keinerlei spürbare Folge nach sich zog, können wir es wohl gefahrlos wiederholen.

Doch wir müssen über diese falsche Einstellung hinauswachsen!

Wenn uns am Ende des Tages unserer ersten falschen Entscheidung der Himmel auf den Kopf gefallen wäre, hätten wir diese Handlung sofort unterlassen. Genauso wie ein Kind, das trotz Ermahnungen die Hand auf eine heiße Herdplatte legt, hätten wir eine sofortige Rückmeldung für unseren Fehler erhalten.

Doch leider gibt das Scheitern keine Warnrufe von sich, wie es damals unsere Eltern getan haben. Aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, dass wir unsere Betrachtungsweise des Lebens überdenken, um uns in die Lage zu versetzen, bessere Entscheidungen zu treffen. Mit einer kraftvollen persönlichen Lebensphilosophie, die jeden unserer Schritte lenkt, werden uns unsere falschen Entscheidungen viel eher bewusst und wir begreifen viel leichter, dass wirklich jeder Fehler von Bedeutung ist.

Hier kommt nun die gute Nachricht über das Scheitern:

Genauso wie die Formel für das Scheitern lässt sich auch die Formel für den Erfolg ganz einfach befolgen. Denn sie besteht aus einigen wenigen Verhaltensweisen, an die wir uns jeden Tag diszipliniert halten müssen.

Ich habe eine interessante Frage für Sie, über die es sich nachzudenken lohnt: Wie können wir die Fehler in der Formel für das Scheitern durch die disziplinierten Verhaltensweisen ersetzen, die die Formel für Erfolg von uns verlangt? Die Antwort liegt darin, die Zukunft zu einem bedeutenden Bestandteil unserer gegenwärtigen Lebensphilosophie zu machen.

Sowohl Erfolg als auch Scheitern haben mit zukünftigen Konsequenzen zu tun. Insbesondere mit den unvermeidlichen Belohnungen oder dem unausweichlichen Bedauern, welches sich aus unserem vergangenen Tun ergibt. Wenn dies so ist, warum nehmen sich dann nicht mehr Menschen die Zeit, ernsthaft über ihre Zukunft nachzudenken? Die Antwort hierauf ist einfach: Sie sind so im gegenwärtigen Moment gefangen, dass ihnen die möglichen Folgen ihres Tuns unwichtig erscheinen. Die Probleme und die Belohnungen des Augenblicks ziehen manche Menschen  in ihren Bann. So sehr, dass sie niemals lange genug innehalten, um über das Morgen nachzudenken.

Doch was wäre, wenn wir uns die Disziplin aneignen, uns jeden Tag kurz damit zu beschäftigen, was uns später erwartet?

Dann wären wir in der Lage, die drohenden Konsequenzen unserer gegenwärtigen Verhaltensweisen rechtzeitig zu erkennen. Im Bewusstsein dieses wertvollen Wissens könnten wir dann die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Fehler in erfolgsorientierte Verhaltensweisen umzuwandeln. Wir wären durch diese Selbstdisziplin fähig, unser Denken zu verändern, Fehler zu korrigieren und alte Gewohnheiten durch neue zu ersetzen.

Einer der spannendsten Aspekte der Formel für den Erfolg – die aus einigen wenigen jeden Tag praktizierten disziplinierten Verhaltensweisen besteht – liegt darin, dass sich die positiven Ergebnisse beinahe augenblicklich einstellen. Sobald wir unsere alltäglichen Fehler in tägliches diszipliniertes Tun verwandeln, erleben wir in kürzester Zeit positive Resultate.

Wenn wir unsere Ernährung umstellen, verbessert sich unsere Gesundheit innerhalb weniger Wochen bereits spürbar.
Wenn wir damit beginnen, etwas für unsere körperliche Fitness zu tun, spüren wir fast augenblicklich eine gesteigerte Vitalität.
Und wenn wir damit beginnen, Bücher zu lesen, erfahren wir eine Erweiterung unseres Bewusstseins und ein gesteigertes Selbstvertrauen.

Jedes neue Verhalten, das wir täglich diszipliniert umsetzen, bringt erstaunliche Ergebnisse, die uns motivieren, uns weitere disziplinierte Verhaltensweisen anzueignen.

Die wahre Magie neuen disziplinierten Verhaltens liegt darin, dass es zu einer veränderten Denkweise führt.

Was wäre, wenn wir heute beginnen, Bücher zu lesen, ein Tagebuch zu führen, an Kursen teilzunehmen und einfach nur mehr zu beobachten? Dann wäre heute der erste Tag eines neuen Lebens, das uns zu einer besseren Zukunft führt. Was wäre, wenn wir heute beginnen, uns mehr Mühe zu geben? Und in jeder Beziehung bewusste und beständige Anstrengungen zu unternehmen? Um fast unmerkliche und gleichwohl destruktive Fehler in konstruktive und lohnende disziplinierte Verhaltensweisen zu verwandeln? Dann werden wir uns nie mehr mit einem Leben der reinen Existenzsicherung zufriedengeben. Denn dann haben wir von den Früchten eines bedeutungsvollen Lebens gekostet!

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Jim Rohn

Mehr als 40 Jahre lang hat Jim Rohn sein Handwerk als geschickter Künstler verfeinert – er half Menschen auf der ganzen Welt dabei, Lebensstrategien zu formen, die ihre Vorstellungskraft erweitern. Diejenigen, die das Privileg hatten, ihn sprechen zu hören, können die Eleganz und den gesunden Menschenverstand seines Vorträge bezeugen.

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1 Kommentare

  1. Meinhard Kniffki 23. Januar 2014

    >>Die Antwort hierauf ist einfach: Sie sind so im gegenwärtigen Moment gefangen, dass ihnen die möglichen Folgen ihres Tuns unwichtig erscheinen. Die Probleme und die Belohnungen des Augenblicks ziehen manche Menschen so in ihren Bann, dass diese niemals lange genug innehalten, um über das Morgen nachzudenken.<<

    Das ist -mit Verlaub- so nicht richtig. Die meisten Menschen sind, im Gegenteil, sich des gegenwärtigen Moments, des HIER und JETZT, überhaupt nicht bewusst. Ihre Gedanken ziehen sie ständig in einer verflossene Vergangenheit. Und der Verstand versucht, aus dem Puzzle der Vergangenheit eine Zukunft zu erschaffen. So lassen sich kaum neue Wege finden.
    Besser wäre, den gegenwärtigen Augenblick als einzige Realität zu erkennen und ihn vollständig bewusst wahr zu nehmen. Ihn zu akzeptieren, das Hadern mit den unangenehmen Dingen zu lassen und der innere Weisheit zu erlauben, das Leben zu lenken. Der Verstand glaubt, er können das Leben kontrollieren… welch ein Irrtum. Wenn das Leben möchte, dass ich ein Buch lese, wird mir das Buch in die Hand gegeben…

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