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Brechen MLM-Unternehmen zusammen, weil keine neuen Leute beitreten?

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Brechen MLM-Unternehmen zusammen, weil keine neuen Leute beitreten?

Tim Sales
Tim Sales 18. März 2008
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Die Ansicht, dass MLM-Unternehmen „zusammenbrechen“ können, wenn keine neuen Leute rekrutiert werden, ist eine wilde mathematische Spekulation, ein Mythos.

Diese Behauptung wurde ursprünglich vor Hunderten von Jahren in Bezug auf Pyramiden getroffen – und dann haben ein paar Menschen dasselbe Konzept auf MLM angewandt.

Hier ist die Aussage des Chefsyndikus’ der FTC (Federal Trade Commission) über Pyramiden und Ponzi-Systeme (wohlgemerkt: nicht über MLM!):
„Jedes Pyramiden- oder Ponzi-System bricht zusammen, da es nicht über das Volumen der Erdbevölkerung hinaus wachsen kann. Wenn das System kollabiert, finden sich die meisten Investoren am Boden der Pyramide und können ihre Verluste nicht wieder gutmachen.“ Debra Valentine, Chefsyndikus der U.S. FEDERAL TRADE COMMISSION

Diese Aussage klingt für mich witzig. Ich erkläre auch gerne, warum…
Die FTC stellt fest, dass eine Pyramide (oder MLM) kontinuierlich und bis in alle Ewigkeit wachsen muss (neue Menschen rekrutieren neue Menschen). Doch das Problem, das sie voraussagen, liegt darin, dass es nicht genug Menschen auf dem Planeten Erde gibt. Hier ist eine Abbildung, die verdeutlicht, was sie eigentlich behaupten:
1 (wenn Sie 10 Menschen rekrutieren)
10 (und jeder dieser 10 wiederum 10 Menschen)
100 (wenn nun alle 100 jeweils 10 rekrutieren, dann ergibt das 1.000 … und so weiter)
1.000
10.000
100.000
1.000.000
10.000.000
100.000.000
1.000.000.000
10.000.000.000 (mehr als die Erdbevölkerung)

Wenn es sich um eine glatte Pyramide ohne jegliches Produkt handeln würde und jede rekrutierte Person müsste Geld zahlen, um teilzunehmen, und NIEMAND WÜRDE AUSTRETEN, dann würden irgendwann tatsächlich die Menschen ausgehen – rein rechnerisch! Doch diese Debatte ist aus vier Gründen lächerlich:

# 1 – Pyramiden – wie etwa das fiktive Beispiel oben – sind illegal. Warum also verschwenden Menschen Zeit darauf, die MLM-Branche zu diskreditieren, indem sie sie mit illegalen Pyramidensystemen vergleichen?

# 2 – Jeder, der schon einmal MLM betrieben hat, weiß, was in dem obigen „Rechenbeispiel“ nicht berücksichtigt wurde: Wenn Person 1 (Sie) 10 Menschen rekrutiert, dann werden nicht alle 10 etwas tun! Stellen Sie sich vor, was „rein rechnerisch“ passiert, wenn Person #1 10 Menschen rekrutiert, 6 davon das Produkt aber im Großhandel einkaufen wollen, 2 beitreten, weil Familienangehörige sie gefragt haben, dann aber nichts tun, und die verbleibenden 2 Menschen wirklich arbeiten. Jetzt geht die Rechnerei wie folgt

1 (Sie)
10 (bekommen 10 Leute)
2 (arbeiten tatsächlich)
MLM wird also nicht kollabieren, weil es nicht genügend Menschen auf der Erde gibt! Sie verstehen jetzt sicher, warum ich dieses Konzept witzig finde.

# 3 ­– Der dritte Grund, warum das Unsinn, ist, dass es NOCH NIE PASSIERT IST! Das älteste MLM-Unternehmen wächst noch heute, also ist diese Aussage reine Theorie.

# 4 – Der vierte Grund, warum die Aussage einfach lächerlich ist, ist, dass Unternehmen nicht einfach kollabieren, nur weil es „keine neuen Leute“ mehr gibt. Wenn es keine neuen Leute mehr gibt, dann wachsen die Unternehmen einfach nicht länger. Wenn Menschen einem MLM-Unternehmen beitreten – Produkte verkaufen und rekrutieren und andere im Verkauf der Produkte ausbilden – und es dann plötzlich keine weiteren Menschen mehr auf der Erde zu rekrutieren gibt (verrückte Idee!), dann würde das schlicht und einfach bedeuten, dass das Unternehmen nicht länger durch neue Leute expandiert. Wo ist da der Zusammenbruch? Alle Kunden, die das Produkt gekauft haben und es gut fanden, werden es auch weiterhin kaufen: kein Zusammenbruch.

Einen Zusammenbruch gibt es aber dann, wenn Menschen plötzlich ihr Geld aus einem Unternehmen zurückziehen (wie etwa einer Bank oder dem Aktienmarkt), weil sie Angst haben, es zu verlieren.

Ein Franchise-Unternehmen (wie McDonald’s) rekrutiert neue Franchise-Nehmer (wie Sie und mich) auf ähnliche Art und Weise, wie eine Person im MLM andere Personen rekrutiert. Wenn ein Franchise-Unternehmen nun plötzlich keine neuen Filialen mehr eröffnet, dann würde das auch nicht bedeuten, dass McDonald’s kollabiert. Wahrscheinlich würden sie nicht mehr mit derselben Geschwindigkeit expandieren, doch sie würden nicht zusammenbrechen – sie hätten nach wie vor Kunden, die ihr Essen kaufen.

Es ist ein Unterschied, ob ein Unternehmen kollabiert oder schließt. Es gab schon Zeiten, in denen MLM-Unternehmen wegen Missmanagement und/oder nicht ethischem Führungsverhalten „geschlossen wurden“, oder die Regierung veröffentlichte Behauptungen, die dazu führten, dass Menschen nicht länger im Geschäft bleiben wollten. Doch kein MLM-Unternehmen oder Pyramidensystem ist bisher kollabiert, weil es zu wenig Menschen auf der Erde gibt.

Um Ihnen ein paar Beispiele von tatsächlich betrugsbedingten Zusammenbrüchen zu zeigen (so dass Sie sie vermeiden können), möchte ich zeitlich zurückgehen auf einen der ersten historisch dokumentierten Betrugsfälle, als Mitte des 17. Jahrhunderts die Regierung von Frankreich das gemeine Volk dazu brachte, ihr Gold gegen Papiergeld einzutauschen. Die Regierung hat den Menschen suggeriert, das Papier „so gut wie Gold“ sei.

Mit dem Gold in der Schatzkammer begann die Regierung nun, an Geschäftsleute Papiergeld zu verleihen. Sie verliehen weit mehr Papiergeld, als sie Gold in ihrer Kammer hatten. Die Menschen hinterfragten schließlich, ob es tatsächlich so viel Gold in der kleinen Schatzkammer geben könne, weshalb sie ihr Papiergeld wieder gegen Gold eintauschen wollten. Schon bald war so wenig Gold übrig, dass die Regierung das Papiergeld abwertete, was bedeutete, dass sie den Menschen nicht länger den vollen – auf das Papier gedruckten – Gegenwert auszahlten.

Als nächstes begrenzte die Regierung aufs schärfste die Höhe des Papiergeldes, die man gegen Gold eintauschen konnte. Verzweifelt setzte die Regierung schließlich ein Gesetz durch, womit es illegal wurde, dass eine einzelne Person mehr als eine geringe Menge an Gold oder Silber besaß. Regierungsangestellte versuchten nun die Bevölkerung davon abzuhalten, das Gold aufzukaufen, das die Regierung benötigte, damit ihr Betrug nicht aufflog. Dies erzürnte die Bevölkerung und sie forderten ihr Gold zurück. Im Mai 1720 besaß die Royal Bank of France kein Gold und Silber mehr und der Betrug flog auf. Wie Sie sehen, bedarf es Menschen, die ihr Geld zurückziehen, damit etwas kollabiert.

bankcrisis.jpg

Ein weiteres Beispiel für einen von Menschen verursachten Zusammenbruchs ist die Bankenkrise während der 1930er Jahre. Die meisten Banken hatten das Geld ihrer Kunden am Aktienmarkt und als dieser 1929 zusammenbrach, verschwand das Geld. Als sie die Zeitungen lasen, fürchteten die Menschen, dass ihr Geld vielleicht verloren gegangen war, und so rannten sie zur Bank, um es abzuheben. Doch da war kein Geld abzuheben! Das hatte den Zusammenbruch von 9.000 Banken in den 1930er Jahren zur Folge. Menschen, die ihr Geld einer Bank anvertraut und es dort eingezahlt hatten, verloren 140 Milliarden Dollar.

Der Einbruch des Aktienmarktes von 1929 ist ein weiteres Beispiel eines Zusammenbruchs, der verursacht wurde, weil Investoren plötzlich ihr Geld zurückgezogen haben. Viele Historiker machen den Börsenkrach verantwortlich für die Große Depression. Wenn man einen Blick darauf wirft, wie alles miteinander verbunden ist, dann erkennt man, dass das tatsächlich sein könnte.

Logischerweise verliert die Bank den größten Teil der Investitionen (wenn nicht gar die gesamten), wenn sie „ihr“ Geld in ein Unternehmen investiert hat und der Wert des Unternehmens um 90% sinkt. Was glauben Sie, wessen Geld die Bank investiert hat? Das der Kunden! Daher muss die Bank ihr Geschäft schließen. Wenn eine Bank schließt, dann verliert jeder, der sein Geld bei dieser Bank angelegt hat, seinen Teil! Das bedeutet, Menschen können sich nicht länger das Nötigste zum Leben leisten. Wenn nur wenige Menschen das Geld haben, um überhaupt das Nötigste zu kaufen, dann produzieren Unternehmen und Bauern nicht länger das Nötigste (Landwirtschaft, Kleidung etc.). Und wenn Unternehmen nicht länger das Notwendige produzieren, müssen sie alle entlassen, was zu Massenarbeitslosigkeit führt. Daher kann ich nur zu gut verstehen, warum Historiker den Börsenkrach als Auslöser der Depressionszeit sehen.

MLM kollabiert nicht, weil es nicht mehr genug neue Menschen gibt, die sich dem Geschäft anschließend. Wie wir gesehen haben, kollabieren Unternehmen, wenn Investoren urplötzlich ihr Geld zurückziehen.
Wenn jemand sein MLM-Unternehmen erstklassig (First Class) aufbaut, dann hat er Kunden, die die Produkte lieben. In diesem Fall gibt es nichts im MLM, was an Wert verlieren könnte.
Empfohlene nächste Seite: Ist MLM ein Ponzi-System?

Tim Sales
Tim Sales

Seine Erfahrung beim Aufbau einer Downline von 56.000 Network-Marketern half ihm bei der Entwicklung seiner Signature-Schulungsreihe. Als Botschafter für die Network-Marketing-Branche widmet sich Tim vermehrt der Entlarvung falscher Informationen über die Network-Marketing-Branche.

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3 Kommentare

  1. Konstanze Höppner 12. Oktober 2008

    Ich glaube, die Frage könnte auch heißen, „Bricht mein Arbeitsplatz irgendwann weg?“ Dies ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eher möglich, als das ein gutes Unternehmen „mangels Nachwuchs“ nicht mehr wächst, bzw. gar zusammenbricht.

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  2. Wiebke Schenk 15. Oktober 2008

    Die Seite sagt zu dem Thema alles.

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  3. Dennis 6. Januar 2018

    Es wird bald zusammenbrechen. Den die Obersten vom Network werden es beenden, sobald sie genug Geld haben.

    Fallt auf denn scheizz nicht rein. Alles illegale Schneeballsysteme. Jede Scheinfirma kann Gelder an Anwälte zahlen, damit sie als legal angenohmen wird

    Selbst Amway illegal. Irgendwann kommt der Betrug raus. Selbst der größte Drogendealer der Milliarden verdient hat, wurde geschnappt.

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