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Ist MLM Betrug wie ein Ponzi-Schema?

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Ist MLM Betrug wie ein Ponzi-Schema?

Tim Sales Tim Sales vor 11 Jahren
7 Minuten zum Lesen

Was ist ein Ponzi-Schema, und ist MLM ein ähnliches Betrugssystem?

Das Ponzi-Schema

Das Ponzi-Schema, auch Ponzi-Trick genannt verdankt seinen Namen Charles Ponzi, der dieses System berühmt machte.

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Bei einem Ponzi-Schema handelt es sich um ein illegales Investitionssystem, bei dem die Renditen für Investoren aus dem Geld jener Investoren bezahlt werden, die erst später investierten. Den Renditen liegen also keine Gewinne zugrunde, die durch Geschäftstätigkeiten erwirtschaftet werden. Die amerikanische Kartellbehörde FTC hat dafür einen netten und treffenden Spruch gefunden: „Peter beklauen, um Paul zu bezahlen.“

Charles Ponzi hatte die Idee, Geld von einem ersten Investor entgegenzunehmen und dafür einen attraktiven Zinssatz zu versprechen. Sobald ein zweiter Investor Ponzi Geld gab, konnte er einen Teil dieses Geldes verwenden und als Zins an den ersten Investor auszahlen – und damit seinem Versprechen eines attraktiven Zinssatzes nachkommen. Sobald ein dritter Investor einstieg, würde Ponzi einen Teil dessen Geldes verwenden und die versprochenen Zinsen an den zweiten Investor auszahlen. Fand sich allerdings kein vierter Investor, konnte Ponzi sein Zinsversprechen gegenüber dem dritten Investor bereits nicht mehr einlösen.

Die US-Regierung bestätigt, dass diesem System zwangsläufig die Investoren ausgehen werden und das System in sich zusammenbricht.

Charles Ponzi lernte dieses System bei seiner Arbeit in einer kanadischen Bank kennen. Er bemerkte, dass die Bank „wusste“, dass niemals alle ihre Kunden ihr gesamtes Geld gleichzeitig abheben würden. So war es der Bank möglich, das Geld anderer Leute an Kreditnehmer zu verleihen. Auch heute noch arbeiten die Banken nach diesem Grundprinzip.

Ich persönlich bin überzeugt, dass Banken ein „organisiertes“ Ponzi-Schema betreiben:

Wenn Ihre Bank Ihnen Zinsen für das Geld gibt, das Sie bei der Bank investiert haben, woher stammt dann das Geld für diese Zinsen? Vielleicht aus Gewinnen, die die Bank an der Börse oder in Investitionsgeschäften erwirtschaftet hat. Zum Teil ganz sicher aber auch aus dem Geld anderer Leute. Ist das nicht auch eine Form von „bei Peter borgen, um Paul zu bezahlen“? icon_wink.gif

Was wäre, wenn niemand mehr Geld bei Banken investieren würde? Würde das Bankwesen zusammenbrechen?

Ein Ponzi-Schema unterscheidet sich darin von einem Pyramidensystem, dass bei einem Ponzi-Schema das gesamte Geld zurück an eine Person fließt (etwa an Charles Ponzi). Folglich verdient die Person an der Spitze das gesamte Geld. Bei einem Pyramidensystem hingegen verdienen die Personen auf allen Stufen Geld.

Die US-Kartellbehörde bestätigt, dass das Problem bei einem Ponzi-Schema darin besteht, dass keine „echte“ Geschäftstätigkeit betrieben wird, und dass „wenn das System zusammenbricht, die meisten Investoren ruiniert sind und ihre Verluste nicht wieder hereinholen können“. (Debra Valentine, Chefsyndikus der US-KARTELLBEHÖRDE FTC)

MLM ist kein Ponzi-Schema, weil mit echten Produkten gehandelt wird und eine echte Geschäftstätigkeit vorliegt. Lesen Sie dazu auch: Wie man ein MLM-Unternehmen einschätzen kann.

Einige Gedanken zum Thema…

Wenn man die Definition des FTC eines Ponzi-Schemas zugrunde legt, ist das US-amerikanische Sozialversicherungssystem genau ein solches Ponzi-System. Die Sozialversicherungsbehörde bezeichnet dies selbst als „Umlageverfahren“.

Lesen Sie hier die Stellungnahme der Sozialversicherungsbehörde zu diesem Vergleich:

Oberflächlich betrachtet besteht eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Pyramiden- oder Ponzi-Systemen und dem Umlageverfahren des Sozialversicherungssystems, und zwar insofern, dass bei beiden Systemen Geld der später beigetretenen Mitglieder genutzt wird, um Leistungen an ältere Mitglieder zu bezahlen. Aber hier hören die Ähnlichkeiten auch schon auf. Ein Umlagesystem kann man sich vorstellen wie einen Fluss, bei dem Geld der aktuellen Beitragszahler an der Quelle eingespeist, und an der Mündung an die aktuellen Leistungsempfänger ausbezahlt wird. Nehmen wir an, an der Mündung des Flusses stehen 40 Millionen Leistungsempfänger. Solange an der Quelle des Flusses Beitragszahlungen von 40 Millionen Mitgliedern eingespeist werden, kann dieses System endlos funktionieren. Es ist nicht nötig, jedesmal, wenn Leistungen an einen Leistungsempfänger ausbezahlt werden, die Zahl der Beitragszahler zu erhöhen. (Die Zahl der beitragszahlenden Arbeitnehmer muss noch nicht einmal im Verhältnis 1:1 zur Zahl der Leistungsempfänger stehen. Es genügt, wenn ein zahlenmäßig stabiles Verhältnis zwischen den beiden Gruppen besteht.) Solange die Gelder, die an der Quelle des Flusses eingespeist werden sich ungefähr die Waage halten mit den Geldern, die als Leistungszahlungen abfließen, kann dieses System endlos laufen. Hinter dem Umlageverfahren im Renten- und Sozialversicherungssystem gibt es keinen auf Dauer zu Instabilität führenden, treibenden Mechanismus. Deshalb handelt es sich beim Umlageverfahren nicht um ein Pyramiden- oder Ponzi-System.

Wäre die demografische Entwicklung der Bevölkerung stabil, gäbe es im Umlagesystem kein demografisch bedingtes Auf und Ab in der Finanzierung, und kein vernünftig denkender Mensch wäre versucht, das Sozialversicherungssystem mit einem Ponzi-Schema zu vergleichen. Weil die demografische Entwicklung aber Schwankungen unterliegt, treten auch in der Ausgewogenheit des Umlagesystems Schwankungen auf. In Zeiten, in denen mehr neue Beitragszahler in das System eintreten, als Leistungsempfänger bestehen, kommt es zu einem Finanzierungsüberschuss (so wie in den Anfangsjahren der Sozialversicherung). In Zeiten aber, in denen die Zahl der Leistungsempfänger schneller wächst als die Zahl der neuen Beitragszahler (wie es passieren wird, wenn die Baby-Boomer in Rente gehen), kommt es zu einem Finanzierungsdefizit. Diese Anfälligkeit für das Auf und Ab in der demografischen Entwicklung ist ein Problem der Umlagefinanzierung. Aber dieses Problem hat nichts zu tun mit einem Ponzi-Schema oder gleich welchen betrügerischen Finanzierungssystemen, sondern ist schlicht durch die Natur der Umlagesysteme bedingt.

Offenbar ist das Sozialversicherungssystem „legal“, weil die Regierung die Gesetze erlässt. Wenn Sie nicht glauben wollen, dass die Regierung unter Umständen ein Pyramidensystem unterhalten würde, lesen Sie diesen Artikel. Was sie auf jeden Fall tut ist „bei Peter zu borgen, um Paul zu bezahlen“. Der Vergleich mit einem Fluss mit Quelle und Mündung erinnert doch stark an die Idee von Charles Ponzi: „… wie ein Fluss, bei dem Geld der aktuellen Beitragszahler an der Quelle eingespeist, und an der Mündung an die aktuellen Leistungsempfänger ausbezahlt wird…“ Aber vielleicht ist mir einfach ein Detail entgangen.

Geschichtlich betrachtet war die Sozialversicherung gewiss ein großartiges Mittel, um die Folgen der Großen Depression zu lindern. Dennoch scheint es mir (aber das ist nur eine persönliche Meinung), dass die Regierung dazu ein System eingesetzt hat, für das man Charles Ponzi einsperrte.

Der größte Beweis, dass das Sozialversicherungssystem sehr wohl nach dem Ponzi-Schema funktioniert ist, dass es nicht aufgegangen ist! Aktuell denkt die US-Regierung bereits darüber nach, aus dem Sozialversicherungssystem auszusteigen, da es in wenigen Jahren nicht mehr finanzierbar sein wird. Das heißt in anderen Worten, das System wird in sich zusammenbrechen. Der Grund dafür, so die Regierung, ist dass es zu wenig junge Beitragszahler gibt, um Leistungen an all jene ausbezahlen zu können, die ihr Leben lang Sozialversicherungsbeiträge geleistet haben. Scheinbar gibt es also zu wenige Peter, um alle Pauls bezahlen zu können.

Lassen Sie mich noch einmal die Aussage der US-Kartellbehörde wiederholen: „Jedes Pyramiden- oder Ponzi-System wird zusammenbrechen… Wenn das System zusammenbricht, sind die meisten Investoren ruiniert und können ihre Verluste nicht wieder hereinholen.“ (Debra Valentine, Chefsyndikus der US-KARTELLBEHÖRDE FTC)

Wie man es auch dreht und wendet, Tatsache bleibt, dass zumindest einige Leute in der Regierung das Sozialversicherungssystem nutzten, um Betrug am Bürger zu betreiben. Schon 1983 prognostizierte die Regierung den demographischen Umschwung nach den Baby-Boomern, und dass es zum Bankrott der Sozialversicherung kommen würde. Um dies zu verhindern beschloss der Kongress eine Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge und eine Senkung der Rentenleistungen (sprich Peter bezahlt jetzt mehr, während Paul weniger erhält). In der Folge nahm die Regierung mehr Geld ein: Ganze 667 Milliarden Dollar Überschuss kamen in den Jahren 1983 bis 2001 zusammen. Aber die Regierung hat dieses Geld für andere Zwecke ausgegeben! Die Definition von Betrug lautet jemanden vorsätzlich zu täuschen. Bricht das Sozialversicherungssystem nun zusammen, weil es nicht mehr genug Beitragszahler gibt, oder weil mit den vorhandenen Geldern Misswirtschaft betrieben wurde?

Ich selbst zahle seit inzwischen 27 Jahren ins Sozialversicherungssystem ein. Ich glaube nicht, dass ich meine Verluste wieder hereinholen kann. Hoffentlich sind Sie gleich am Anfang eingestiegen und erhalten mehr Leistungen als ich!

MLM ist kein Ponzi-Schema, weil mit echten Produkten gehandelt wird und eine echte Geschäftstätigkeit vorliegt. Lesen Sie dazu auch: Wie man ein MLM-Unternehmen einschätzen kann. Wenn Sie diesen Artikel bereits kennen, empfehlen wir Ihnen diese Seite: Ist MLM Betrug wie Kettenbriefe?

 

 

Tim Sales
Tim Sales

Seine Erfahrung beim Aufbau einer Downline von 56.000 Network-Marketern half ihm bei der Entwicklung seiner Signature-Schulungsreihe. Als Botschafter für die Network-Marketing-Branche widmet sich Tim vermehrt der Entlarvung falscher Informationen über die Network-Marketing-Branche.

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2 Kommentare

  1. Avatar
    mycom 3. September 2008

    Super, von der Aufmachung der Website, bis hin zu deren absolut klar dargestellten Inhalten.
    Habe bisher erst 5 Themen rausgepickt, und bin voll begeistert und würde diese Thesen gerne auf meinen Webseiten veröffentlichen. Ich gehe sehr konform mit den von mir gelesenen Artikeln.
    Danke

    Antworten
  2. Avatar
    Rolf Bogner 7. Februar 2013

    MLM hat absolut keine statische Pyramiden-Struktur, weder strukturell/morphologisch n o c h funktionell. Das ist einer der größten Irrtümer, dem selbst MLM-Profis aufsitzen. MLM ist k e i n hierarchisches Sytem, sondern hat i.G. die flachste Struktur aller Organisationsformen MLM ist ein Netzwerk aus völlig autonomen Einheiten (nicht macht- oder weisungsgebundener, völlig gleichberechtigter, unabhängig freiwillig selbständig gewerblich organisierter Partner / Vertragshändler). MLM hat eine absolut h e t e r a r c h i s c h e dynamische Struktur. Die Netzwerk-Partner = Knoten dieses flach strukturierten Netzwerks erwirtschaften unterschiedlich hohe Gewinne aufgrund unterschiedlicher Leistungen. Diese unterschiedlichen Gewinne lassen sich einer Einkommens-Pyramide zuordnen, die in ihrer Struktur nicht identisch ist mit der organisierten Struktur des Netzwerks. Die Ankopplung b e l i e b i g vieler neuer Partner kann an j e d e m Knoten des Netzwerks erfolgen (also sowohl „oben“, wie „seitlich“ wie auch „unten“). In statischen traditionellen Pyramiden kann die Ankopplung nur in extrem seltenen Fällen „überall“, eigentlich gar nicht erfolgen. Die Netzwerk-Typologie von MLM (Stern, Baum, Linie) und dessen Wachstum ist ein Abbild des rein ze i t l i c h e n N a c h – e i n a n d e r von völlig n e b e n – g e o r d n e t e n Partnern.
    MLM-Partner machen sich das Leben schwer, wenn sie mit Hilfskonstruktionen versuchen, eine nicht gegebene MLM-Pyramiden-Struktur zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Es gibt sie nicht! Noch schlimmer, wenn MLM-Partner eine Pyramide in ihrem Logo führen! Es gibt einen Aufstieg / eine Karriere innerhalb einer Einkommenstabelle, die als Grundlage den Marketingplan hat. Die hat aber mit der Organisations-Struktur des Netzwerkes nichts zu tun. Es gibt keine flachere Organisations-Struktur unter allen Außendienst-Organisationen, als im MLM. Deshalb ist auch die Nähe zu illegalen bzw. Pseudo-MLM Strukturen abwegig! Innerhalb des MLM-Netzwerks fließen weder Güter noch Geld (wie z.B. in illegalen Systemen) , es “fließt” vor allem keine Macht (Anordnung, Weisung, Befehl, Rückmeldung, Rechtfertigung, Bestrafung, Disziplinierung…) wie in tatsächlichen Pyramiden (Staat, Kirche, Wehrmacht, Industrie…). Denken Sie mal nach.

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