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Erkenntnis Nr. 2: Wie Führungskräfte Probleme handhaben

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Erkenntnis Nr. 2: Wie Führungskräfte Probleme handhaben

Tom Schreiter
Tom Schreiter 23. März 2016
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4 merkwürdige Erkenntnisse im MLM (2):

„Die Kunden haben das Produkt gehasst, die Zentrale hat mit der Rückzahlung sehr lange auf sich warten lassen, also habe ich meinen Vertriebspartner verloren. Mir scheint, das Unternehmen ruiniert meine kleine Firma. Was soll ich nun tun?“

Lieber Freund und LeserIn dieses Blogs,

in diesem Beitrag geht es um etwas viel Wichtigeres als um eine Marketingtechnik oder -Strategie. Es geht darum, wie Führungskräfte Probleme handhaben.

Ich verrate Ihnen einen meiner geheimen Grundsätze, der Networking zum Kinderspiel werden lässt. Wenn Sie die ca. zehn Grundlagen des Network-Marketings einmal verinnerlicht haben, klappt einfach alles. Es gibt keinen Stress mehr, keine Ablehnung, kein Verderben, keine Politik, keine Probleme.

Also lehnen Sie sich zurück, blenden Sie alle Ablenkungen aus, lesen und denken Sie mit. Dieser geheime Grundsatz kann Ihre Karriere für immer verändern!

Es ist merkwürdig, dass niemand darüber nachdenkt.

Ich bin kürzlich aus England zurückgekehrt. Dort besitzt die Network-Szene eine ebenso ungewöhnliche wie unglaubliche Sichtweise auf die Dinge.

Ich tat dies als Verrücktheit der Engländer ab, bis mir klar wurde, dass die Network-Szene in den USA eine ebenso verzerrte Sichtweise hatte. Gab es einen geheimen Verrücktheitsvirus, der dabei war, sich über die ganze Welt zu verbreiten?

Networker auf der ganzen Welt sind dabei, ihr eigenes Geschäft kaputt zu machen. Und sie erkennen es nicht einmal. Stellen Sie sich vor, dass Sie zuerst Hunderte oder sogar Tausende von Stunden in Ihr Geschäft investieren, nur um es dann systematisch mit einer falschen Sichtweise wieder zu zerstören.

Zuerst einige Hintergrundinformationen.

Wie viele Stunden wendet die durchschnittliche Networking-Führungsperson Ihrer Meinung nach auf die folgenden Aufgaben an:

  • Sich die persönlichen Probleme von Menschen in der eigenen Downline anhören.
  • Sich die geschäftlichen Probleme von Menschen in der eigenen Downline anhören.
  • Viele Telefongespräche mit dem Hauptbüro führen, um nach verloren gegangenen Bestellungen zu fragen oder um die Verfügbarkeit von Produkten zu erfahren.
  • Sich für inkorrekte Aussagen von Führungspersonen in der Upline oder von Angestellten der Zentrale entschuldigen.
  • Den Schiedsrichter spielen zwischen eifersüchtigen Vertriebspartner, die sich um einen Auftrag streiten.
  • Sich mit Angestellten der Zentrale streiten, die keine Ahnung vom Network Marketing haben.
  • Die Übersicht über alle Telefonanrufe behalten, auf die kein richtiger Rückruf erfolgte.
  • Sich Sorgen darüber machen, dass die Habgier bestimmte Mitglieder der Organisation zerstört.
  • Sich ärgern über unfaire Behandlung und mangelnde Anerkennung.
  • Versuchen, Geschäfte zurückzuerobern, die von unfairen Mitbewerbern gestohlen wurden.
  • Die Trägheit und mangelnde Führung des Unternehmens mit anderen verärgerten Führungspersonen im Verkauf besprechen.

Wenn Sie alle Stunden zusammenzählen, ergibt dies eine 40-Stunden-Woche!

Diese Aktivitäten verlangen Zeit. Wie viel Zeit kann eine Führungsperson auf diese unproduktiven Aktivitäten aufwenden, die keinen direkten Profit erzeugen?

Diese Aktivitäten verlangen körperlichen Einsatz. Führungspersonen sind nach Telefongesprächen in Marathonlänge mit sich beschwerenden Berufsopfern erschöpft.

Diese Aktivitäten verlangen geistigen Einsatz. Führungskräfte verlieren beim Schlagen dieser verlorenen Schlachten viel mentale Energie. Nach einer dieser Schlachten würde die Führungsperson lieber im Koma liegen – und sieht fern. Es fehlt die Begeisterung für eine Karriere.

Bei wem liegt das Problem?

Was glauben Sie? Das eigentliche Problem liegt nicht beim Vertriebspartner. Sondern bei der Führungsperson!

Die Führungsperson besitzt eine verzerrte Sichtweise.

Erfolglose Führungspersonen glauben Folgendes:

Um im Network-Marketing erfolgreich zu sein…

  • müssen 100% der Angestellten der Zentrale perfekt sein.
  • müssen 100% aller Vertriebspartner ehrwürdige, wohlwollende, problemfreie Bürger sein, die nicht den leisesten Anflug von Habgier besitzen.
  • dürfen 100% aller Vertriebspartner niemals aufhören.
  • müssen 100% aller Telefonanrufe so beantwortet werden, wie sie es sich vorstellen.
  • müssen 100% der Mitarbeiter der Zentrale sofort zur Verfügung stehen, wenn sie anrufen.
  • müssen 100% aller Führungspersonen der Upline makellose Leitbilder sein, die sich bei Präsentationen niemals versprechen dürfen.
  • sind Vertriebspartner niemals selbstsüchtig.
  • müssen 100% aller Entscheidungen perfekt sein.
  • müssen 100% aller Entscheidungen auch in Zukunft perfekt funktionieren.
  • Alles muss perfekt sein oder sie beschweren sich einfach, zerstören das Geschäft und suchen dann nach einer neuen Investitionsmöglichkeit mit den perfekten Führungskräften, dem perfekten Personal in der Zentrale, dem perfekten Marketingplan, dem perfekten Produkt zum perfekten Preis, das 100% aller Menschen zu 100% zufrieden stellt usw. usf.

Schluck. Wie Zig Ziglar es sagen würde: „Diese Denkweise stinkt zum Himmel!“

Erfolglose Führungspersonen schalten dann schnell in den „Reparaturmodus“ und verbringen den Rest ihrer mittelprächtigen Karrieren damit, sicherzustellen, dass allen Menschen in Ihrer Downline, Upline und überhaupt im Unternehmen nichts Schlechtes mehr geschieht. In dieser Welt wird das allerdings sehr schwierig.

Erfolglose Führungspersonen sagen häufig:

„Es ist eine Krise! Es ist eine Krise! Soll ich sie jetzt lösen?“

Nein.

Wenn Ihr Geschäft nicht eine Krise oder zwei überstehen kann, ist es möglicherweise Zeit, zurückzukehren und ein besseres Fundament aufzubauen. Und: Auch in der Zukunft wird es viele Probleme geben – aus einem ganz einfachen Grund:

Menschen sind auch nur Menschen!

Das ist korrekt. Ihre Firma, die Personen Ihrer Upline und Downline sind Menschen. Und als Menschen haben sie einige Eigenschaften:

Menschen machen Fehler. Nur Computer irren sich nie und Computer wollen nicht Vertriebspartner werden.

  • Menschen sind häufig eigennützig.
  • Menschen sind Profis im Aufhören. Sie hören mit der Schule auf, schmeißen ihren Job hin, lassen sich scheiden, brechen Diäten ab, halten sich nicht an gute Vorsätze für das neue Jahr und beenden MLM-Programme.
  • Menschen rufen oft nicht zurück.
  • Menschen sind häufig unfreundlich.
  • Menschen nehmen andere Menschen als selbstverständlich hin. Sie zeigen sich weder ihrer Upline noch ihrer Downline gegenüber erkenntlich.
  • Menschen lieben es, andere zu kritisieren. Dabei fühlen sie sich überlegen und vergessen die eigenen persönlichen Probleme.
  • Menschen treffen schreckliche Entscheidungen. Warum glauben Sie, gibt es so viele Scheidungen? Oder warum denken Sie, verlieren so viele Menschen Geld bei Pferdewetten?
  • Menschen denken, dass sie immer Recht haben. Oder kennen Sie jemanden, der sich alle Mühe gibt, Sie zu überzeugen, dass er völlig falsch liegt?

Seien Sie also nicht überrascht, wenn ein Vertriebspartner, ein Mensch in der Upline oder in der Zentrale Fehler macht, unfreundlich ist, Sie kritisiert oder aufhört.

Sie sind einfach nur menschlich!

Warum gegen die menschliche Natur ankämpfen? Oder versuchen, die Chromosomen neu anzuordnen?

Warum nicht einfach die Menschen als das akzeptieren, was sie sind?

Als Menschen.

Diese Perspektive und diese Ansicht zeichnen erfolgreiche Führungspersonen aus. Sie verschwenden nicht ihre Zeit und versuchen, die Menschen zu ändern, die für sie offensichtlichen Probleme zu beheben oder alle Probleme der Welt zu lösen.

Erfolgreiche Führungspersonen lernen, mit Problemen umzugehen, und nicht, sie zu lösen.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie durch harte Arbeit alle Probleme Ihrer Upline, Ihrer Downline, einfach in der gesamten MLM-Firma wie durch Magie lösen könnten. Puuh, das war anstrengend.

Nun, da Sie alle heutigen Probleme gelöst haben, wie stehen da wohl die Chancen, dass es morgen neue Probleme gibt?

100%!!!

Genau: neue Probleme morgen, übermorgen und an jedem Tag in der Zukunft. Es wird immer Probleme geben.

Erfolgreiche Führungspersonen akzeptieren diese Tatsache. Sie lernen einfach, mit den Problemen zu leben, anstatt für den Rest ihres Lebens bei jedem Problem Stress zu machen.

Betrachten Sie es einmal so.

Es gibt kein perfektes MLM-Unternehmen.

All diese Unternehmen stellen Menschen ein! Es muss also einfach Fehler und Probleme geben.

Was machen erfolglose Vertriebspartner? Wenn Sie sehen, dass ihr aktuelles MLM-Unternehmen ein Problem hat, hören sie einfach auf! Sie treten einem anderen MLM-Unternehmen bei und hoffen, dass sie nie wieder ein Problem haben werden.

Was für eine verrückte Denkweise!

In allen MLM-Unternehmen gibt es Probleme.

Erfolgreiche Vertriebspartner und Führungspersonen haben Folgendes erkannt: Wenn alle MLM-Unternehmen Probleme haben, kann man sich ebenso gut das Unternehmen aussuchen, mit dem man die Probleme hat. Dann heißt es: Einfach damit leben. Akzeptieren Sie die Probleme und kümmern Sie sich weiterhin um die Führung Ihres Geschäfts.

Lassen Sie Ihre Mitbewerber die Probleme lösen und von einem Unternehmen zum nächsten wechseln. Ermutigen Sie Ihre Mitbewerber, dies zu tun.

Der Grund dafür?

Dies hält Ihre Mitbewerber auf Trab, während Sie ein großes und erfolgreiches Networking-Geschäft aufbauen. Sie werden sich die besten Interessenten aussuchen können, weil Ihre Mitbewerber einfach zu beschäftigt sind, alle Probleme zu lösen.

Aber muss ich nicht einige der Probleme selbst lösen?

Nein.

Unsere Geschäfte laufen erfolgreich, wenn wir uns nur darauf konzentrieren, drei oder vier Führungspersonen zu schaffen. Haben wir erst einmal drei oder vier ausgebildete Menschen, die so denken, wie wir, dann sind wir unbesiegbar!

Das Hervorbringen von Führungspersonen ist in unserem Geschäft einfach alles. Vertriebspartner kommen und gehen, Probleme kommen und gehen, Probleme kommen und bleiben vielleicht sogar, wenn wir aber loyale, beständige Führungspersonen entwickeln, werden wir für immer mit regelmäßigen Provisionszahlungen gesegnet sein.

All die anderen Probleme haben nichts damit zu tun, unsere drei oder vier guten Führungspersonen zu finden, auszubilden und weiterzuentwickeln.

Fast alles andere im Networking-Marketing ist irrelevant.

Ihre Hauptaufgabe liegt darin, sich auf das Finden und Entwickeln von drei oder vier guten Führungspersonen zu konzentrieren.

Die meisten der anderen Dinge, mit denen man sich beschäftigt, sind reine Zeitverschwendung.

Beispiele gefällig?

Über die Unternehmenspolitik streiten, mit besserwisserischen Vertriebspartner diskutieren, Menschen in der Upline schulen, die Stühle auf Geschäftspräsentationen aufstellen, die Werbebroschüre zum hundertsten Mal ändern, Produkte als Ausstellware aufbauen, Verkaufsspitzen auswendig lernen, mit willensschwachen Interessenten Händchen halten, die kleinsten Fehler aller Menschen sofort korrigieren, Vertriebspartner für verpasste Meetings zurechtweisen, der fromme Wunsch, mehr Geld für die eigenen Leistungen zu verdienen, sofortige Neusendung von vergessenen Lieferposten verlangen, verlangen, dass jeder unter allem Umständen stets fair behandelt wird, sich kleine Probleme anhören, Menschen mit verletzten Gefühlen bemitleiden, der Versuch, professionelle Opfer zu retten, Vertriebspartner zwingen, bei Meetings zu erscheinen, die sie nicht interessieren, versuchen, einen Schuldigen zu finden, der Wunsch, die Menschen hätten die gleiche Vision wie Sie, dem Management sagen, wie es seinen Job erledigen soll usw.

Man wird keine erfolgreiche Führungsperson, indem man solche Probleme löst. Und man wird auch keine erfolgreiche Führungsperson, indem man „zeitweilige“ Vertriebspartner anwirbt und dann wieder ersetzen muss.

Man wird eine erfolgreiche Führungsperson, indem man drei oder vier gute Führungspersonen findet und entwickelt.

Viel Erfolg wünscht Ihnen Tom ‚Big Al‘ Schreiter!

Tom Schreiter
Tom Schreiter

Das Motto von Tom "Big Al" Schreiter lautet: „Keine Theorien! Nur Fakten, die Ergebnisse bringen!“ Tom mehr als 40 Jahre Erfahrung im Network Marketing gesammelt und gehört mit seiner humorvollen Art zu den beliebtesten Trainern der Branche.

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5 Kommentare

  1. Michael Lorenz 23. März 2016

    Isso! Vielen Dank für den Beitrag! Da habe ich mit meinem Unternehmen echt Glück! Diese Herausforderung kenne ich aber aus der Zeit vor 25 Jahren, als ich mit meinem Unternehmen startete! Ich bin trotzdem dabei geblieben! Ich bin mir sicher, ich muss nicht erwähnen das es sich gelohnt hat 😉

    Antworten
  2. Sonja Reisinger 24. März 2016

    Das ist einfach super! Danke für diesen Beitrag!!!

    Antworten
  3. Helga Schneider 24. März 2016

    Sehr geehrter Tom Schreiter,
    Ihre „Merkwürdigkeiten Erkenntnisse im MLM“ kommen mir so bekannt vor. Und genau so ist es.
    Vielen Dank.
    Freundliche Grüße von Helga Schneider.

    Antworten
  4. Irene Sänger 25. März 2016

    Hallo MLM-Training,
    hallo Herr Schreiter,

    vielen Dank. Ihre Sichtweise, Erfahrung und Gedanken zum Thema „Erfolgreiche Führungsperson“ in prägnante und eingängige Worte zu fassen ist Ihnen gelungen.
    In meinem Leben und Handlungsweise verfolge und praktiziere ich dieses.
    Manchmal weniger oder mehr. Es wird stetig mehr.

    Ich bin auch nur ein Mensch…

    Wünsche Ihnen erholsame Feiertage, weiterhin viel Erfolg und vor allen Dingen Gesundheit und verbleibe
    mit besten Grüßen
    Irene Sänger

    Antworten
  5. Jutta Schumacher 28. März 2016

    Danke Tom, für das Teilen dieser Erkenntnis. Ich stehe noch ganz am Anfang, will jedoch erfolgreich werden und nicht Kindermädchen – diese Rolle hatte ich zuhause für eine Weile, nu is genug. Für mich ist das sehr hilfreich.

    Mit freundlichem Gruß
    Jutta Schumacher

    Antworten

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