Businessman holding digital tablet in an office building hallway.

Arbeit ist Leidenschaft! Im doppelten Sinne. Wer in seinem Beruf eine Berufung sieht, arbeitet leidenschaftlich gerne. Wer hingegen in seinem Job nur eine Möglichkeit des Geldverdienens sieht, schafft sich seine Leiden selbst

Geschäft oder Geschäftigkeit?

Arbeit ist Leidenschaft! Im doppelten Sinne. Wer in seinem Beruf eine Berufung sieht, arbeitet leidenschaftlich gerne. Wer hingegen in seinem Job nur eine Möglichkeit des Geldverdienens sieht, schafft sich seine Leiden selbst.

Es heißt immer, wer sein eigenes Unternehmen gründet, muss mindestens 16 Stunden am Tag arbeiten, um Erfolg zu haben. Ich kann dich beruhigen: Diese pauschale Aussage stimmt nicht! Alles im Leben ist eine Frage der Organisation. Wer sich für unersetzlich hält und kein Vertrauen zu seinen Mitarbeitern hat, der muss tatsächlich mehr arbeiten als andere. Vertrauen ist die Basis von allem. Ob es um Mitarbeiter geht, Kunden oder Lieferanten, ohne Vertrauen scheitert jedes Vorhaben. Das passiert viel öfter als nach außen hin bekannt wird.

So habe ich viele engagierte Unternehmensgründer kennengelernt. Darunter Finanz- und Versicherungsvertreter, Handwerker, Networker oder Shopbetreiber. Sie starteten mit Freude, Enthusiasmus und großer Leidenschaft und doch scheiterten sie viel zu früh. Kaum jemand tat es mit Absicht. Sie arbeiteten rund um die Uhr, verzichteten auf Urlaub und Familie, gönnten sich gar nichts, damit alles Geld in der Firma verbliebt. Sie akquirierten Kunden, schlossen gewinnbringende Lieferantenverträge ab und doch erlitten sie Schiffbruch.

Menschen scheitern, weil sie die Zeitfresser ignorieren!

Gut gedacht ist nicht immer gut gemacht. Der US-amerikanische Verkaufstrainer Zig Ziglar erkannte: „Ziele sind Träume, die wir in Pläne umsetzen; dann schreiten wir zur Tat, um sie zu erfüllen“. Dem schließe ich mich an, doch wichtig ist dabei, die Zeitfresser, die sich einem immer wieder in den Weg stellen, zu eximieren. Nur dann können Pläne in der gewünschten Zeit mit dem geplanten Einsatz gewinnbringend erreicht werden. Im anderen Fall fallen wir in ein Hamsterrad. Dann sind wir rund um die Uhr in Bewegung und kommen doch keinen Zentimeter weiter.

Zeitfresser entstehen nicht durch Zufall, sondern durch eine veränderte Arbeitsweise. Am Anfang ist jeder Unternehmer mit Begeisterung mit dem Auf- und Ausbau seiner Firma beschäftigt. Eine schweißtreibende wie herausfordernde Arbeit, die eine starke Fokussierung erfordert. Doch weil Menschen keine Maschinen sind, kann es den Punkt geben, der den Unternehmer in die Managementrolle drängt. Statt sich weiterhin um die Zukunft seines Unternehmens zu kümmern, widmet er sich Arbeiten, die, so glaubt er, von ihm besser gemanagt werden können als von seinen Mitarbeitern. Aus „großes Denken“ wird kleinkariertes Denken und Handeln. Dort tauchen dann die zerstörerischen Zeitfenster auf:

Diese Zeitfresser sind die Schlimmsten:

  • Luftschlösser planen! Statt sich auf das aktuelle Tagesgeschäft zu konzentrieren, fangen Unternehmer an, noch mehr Produkte zu entwickeln. Einfach, weil sie meinen, es müsste sein, obwohl es dafür auch im Hinblick auf die Konkurrenz keine Notwendigkeit gibt. Je mehr Produkte, desto mehr Personal braucht es. Auch muss die Infrastruktur angepasst werden. Fehlt es daran, entsteht Stress. Im anderen Fall kostet es viel Geld, die Voraussetzungen zu schaffen. Geld, was das neue Produkt erst noch verdienen muss.
  • Milchmädchenrechnung! Nicht alle Rechnungen, die auf dem Papier aufgehen und schön anzusehen sind, bestehen den Praxistest. Oft wird an der Realität vorbeigerechnet. In der Folge steigen die Kosten, während aus Gründen des Wettbewerbs die VK-Preise nicht erhöht werden können. Dadurch schwinden die Gewinne.
  • Fehlende Arbeitsteilung! Wer sich selbst für unersetzlich hält, reißt fast alles an sich. Während die dafür Verantwortlichen sprichwörtlich Däumchen drehen, weiß das Management nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Dadurch verzögern sich Produkte, geht wertvolle Zeit verloren und am Ende sogar Umsatz und Gewinn.
  • Quasselstrippe! Viele Unternehmer hören sich gerne selbst reden. Das führt zu ausufernden Gesprächen. Das, was in wenigen Minuten hätte abgeklärt werden können, entwickelt sich zu stundenlangen Gesprächen.
  • Alibi-Meetings! Der Schweizer Psychiater Eugen Beuler erkannte ein Problem, welches sich bis heute hartnäckig in den Firmen hält: „Operative Hektik ersetzt geistige Windstelle.“ Ein weniger erfolgreicher Unternehmer sucht die Versagensschuld nie bei sich. Für ihn sind immer die anderen Schuld. Die Erkenntnis „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ hat sich beim ihm noch nicht durchgesetzt. Also werden Alibi-Meetings angesetzt, um die versammelten Mannschaft vorzuführen und Druck zu verteilen. Mehr Demotivation geht gar nicht.
  • Prioritätenalarm! Erfolgreiche Unternehmer klassifizieren eingehende Informationen (Mails, Briefpost, Memo, etc.) von A bis E. A steht für „sofort erledigen“, C für „diese Woche erledigen“ und E für „Papierkorb“. Das ist die effizienteste Methode, der digitalen Informationsflut Herr zu werden. Doch noch immer fühlen sich Unternehmer wohl, wenn sie selbst Werbepost (= Priorität E) öffnen und lesen.
  • Fehlende Übersicht! Nicht jedes Unternehmen kann einen Controller vorhalten. Dennoch darf es nicht an wichtigen Listen fehlen, die dem Firmenlenker zu jeder Zeit eine aktuelle Übersicht geben. Umsatz, offene Forderungen, Lagerbestand, Gewinnmarge, Krankenstand, Forschung usw. sind wichtige Kennzahlen.
  • Größenwahn! Im Heimatmarkt gibt es noch sehr viel zu tun, doch der Unternehmer ist schon dabei, andere Länder für seine Firma zu erschließen.
  • Alibi-Marketing! Weil es keinen Plan gibt, wird sozusagen aus der Hüfte heraus entschieden, in diesem Augenblick „mal“ Marketing zu betreiben, indem z. B. ein Newsletter erstellt und verschickt wird. Kaltakquise wird nach „Lust“ gemacht. Ist mal nichts zu tun, werden ziel- und planlos potentielle Kunden angerufen.
  • Reklamationsversagen! Taucht ein Problem auf, wird bis ins letzte Detail recherchiert, welcher Mitarbeiter Schuld daran trägt. Stundenlang gilt es, diese Person zu finden. Diese Kultur „Wer ist schuld?“ ist in deutschen Unternehmen stark vertreten. Damit wird sich aufgehalten und sich nicht um eine schnelle Lösung des Problems gekümmert, sodass der betroffene Kunden schnell zufriedengestellt werden könnte.
  • Angst vor Technik! Erfolgreiche Unternehmer nutzten stets die modernste Technik, um noch schneller am bzw. beim Kunden zu sein. Selbst noch während der bestehenden Covid-19 Pandemie verschließen sich viele Firmeninhaber der Technik. Sie reisen stattdessen weiterhin durch die Lande oder beordern ihre Außendienstmitarbeiter in die Firmenzentrale, obwohl vieles via Zoom-Meeting abgearbeitet werden könnte.
  • Spardiktat! Der Unternehmer ist sich nicht zu schade, auf dem Weg zu einem Geschäftstermin einen Umweg zu fahren, um einem Kunden seine Bestellung in Höhe von 10 Euro selbst zu übergeben. Der Sparerfolg: „Es liegt auf dem Weg, da kann ich mir das Porto sparen“ wird höher bewertet als die verlorene Zeit, die viel wertvoller ist als die paar Euro Versandkosten.
  • Fehlender Terminkalender! Unternehmensführung wird nach Tagessituation betrieben. Es fehlt an zeitlicher Struktur. Privates und geschäftliches nicht getrennt. Die Betroffenen haben dann auch kein Problem damit, Mittags golfen zu gehen, obwohl ihre Anwesenheit im Unternehmen von Nöten ist, gäbe es z. B. eine Marketingabteilung.

Ich könnte die Liste noch weiterführen, doch bereits hier zeigt sich, warum Unternehmer scheitern. Für sie sind Zeitfresser eine Art Abwechslung im harten Business-Alltag. Man kommt somit auf andere Gedanken. Doch diese neuen Gefühle sorgen auch dafür, dass der Erfolg auf der Strecke bleibt. Wer sich nur um Klein-Klein kümmert, kann niemals erwachsen werden, und damit große Umsätze und Gewinne schreiben. Martin Walser sagte:

„Der Mensch ist ja nicht der, der er ist, sondern der, der er sein will. Wer ihn an seinen Wünschen packt, hat ihn!“

Nur wer sich bewegt, bewegt etwas. Das habe ich immer wieder beobachten können.

Ich kenne zwei Menschen, die Chiropraktiker geworden sind. Der Erste eröffnete seine Praxis in einer belebten Straße. Durch seine großen Schaufenster konnten die Menschen sehen, dass die Praxis modern und sauber war. Er kaufte sich eine große, hochwertige Beschriftung für die Schaufenster und wartete. Und wartete lange. Auf meinem Weg zum Büro konnte ich ihn morgens immer sehen, wie er am Schreibtisch stand und die Welt jenseits seiner Schaufenster betrachtete. Nach vier Monaten meldete er Insolvenz an.

Der Zweite wusste sich auf das Richtige zu konzentrieren. Er investierte
100 Prozent seiner Zeit und Energie ins Marketing, um Menschen von sich zu erzählen.

Nur wer seine Qualitäten sichtbar macht, kann Kunden gewinnen.

Er investierte in Print- und Digitalwerbung. Zudem hielt er Vorträge zum Thema Chiropraktik an verschiedenen Stellen in der Stadt. Durch Kooperationen sorgten diese für volle Räume. So wurde er schnell bekannt und die ratsuchenden Menschen kamen auf ihn zu. Als die Aufträge mehr wurden, musste er sogar zwei weitere Chiropraktiker einstellen und Filialen eröffnen, um näher bei seinen Kunden zu sein. Nach nur zwei Jahren arbeiteten bereits über 20 Chiropraktiker in mehreren Niederlassungen für ihn.

Viele erfolgreiche Spitzenstars im Bereich Network-Marketing haben mich um Rat gefragt, weil sie keine Erklärung für ihre sinkenden Einnahmen hatten. Das ist kein Widerspruch. Auch reiche Menschen haben Phasen, in denen es monetär alles andere als rund läuft. In solchen Fällen werde ich konsultiert. Ich wusste, dass die Nachfrager mit jeder Antwort gerechnet haben, nicht aber mit dieser: „Kannst du mir den Monat nennen, in dem du vom Aufbau-Modus in den Management-Modus gewechselt bist?“ Man kann es ihnen förmlich ansehen, wie es danach in ihrem Kopf ratterte. Doch erkannten sie sehr schnell, dass sie nicht allein das Problem waren, sondern auch Teil der Lösung und genau darum geht es doch, um jede Krise schnell hinter sich zu lassen.

Wenn es bei dir derzeit weniger gut läuft, frage dich, wann du in den Management-Modus gewechselt hast und nun vor lauter Zeitfresser die Leidenschaft im Beruf verloren hast. Keine Sorge. Die kommt zurück, sobald du dich wieder der gewinnbringenden Aus- und Aufbauarbeit widmest. Dann wirst du schnell erkennen, welche Kunden Geld in dein Unternehmen bringen. Mit ihnen musst du deine Unternehmerzeit teilen.

Du hast es verdient!

Jack M. Zufelt

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