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Der innere Dialog

Niemand sieht die Welt, wie die Welt ist. Wir sehen die Welt, wie wir sind. Unsere Projektionen, Glaubenssätze und Erfahrungen formen unser ganz persönliches Weltbild. Deshalb gibt es nicht die eine Welt, sondern so viele Welten wie es Menschen auf dieser Erde gibt. Jeder Mensch projiziert sich ständig selbst in die Welt und damit immer nur in seine Welt.

Deshalb hängt alles in deinem Leben davon ab, wie du dich selbst siehst und nach außen darstellt, bewusst wie unbewusst (deine Zunge kann lügen, dein Körper nie). Entscheidend ist dein innerer Dialog, sozusagen deine innere Stimme, mit der du 24/7 in Kontakt stehst.

Eine mir nahestehende Person beauftragte einen dieser Webinar-Gurus, die sich angeblich in Facebook besser auskennen als der Rest der Welt. Mein Freund ließ sich überzeugen und buchte bei diesem Guru ein Coachingprogramm. Nachdem die ersten vier Coachingwochen verstrichen waren, schickte er seinen ersten Entwurf eines Webinars seinem Coach, um sich mit ihm darüber auszutauschen. Ein Schüler und sein Coach, so funktioniert´s im Business. Der Coach sagte ihm, dass der Entwurf prima sei und dass mein Freund sein Webinar so veröffentlichen könne. Selbstverständlich war mein Freund beflügelt und sehr stolz auf seinen außergewöhnlichen Fortschritt. Er konnte es kaum erwarten, mit seinem ersten Webinar zu starten, so dass alle Welt erfahren konnte, welch Geistes Kind in ihm stecke.

Leider war hier der Wunsch Vater seiner Gedanken. Nach einem Gespräch mit mir folgte die Ernüchterung. Das, was sein Coach als gut bewertete, hielt meiner Kritik nicht stand. Deshalb dachte mein Bekannter, dass ihm dieser Coach keinen echten Gegenwert für sein Geld geliefert hätte. Statt konstruktiver Kritik gab es nur eine Art Schulterklopfen. Seine Enttäuschung war verständlich. Gleichwohl gleicht unser Leben einer Medaille: Was immer wir tun, es gibt stets zwei Seiten wie bei einer Medaille. Auf der positiven Seite hätte er sich für sein Talent wertgeschätzt. Hätte er sich für die negative Seite entschieden, hätte er so nicht nur die Kompetenz seines Coaches angezweifelt, sondern auch seine eigene Fähigkeit der Wahrnehmung. Damit einher geht das Gefühl des Versagens. Womit sich einmal mehr zeigt, dass wir Menschen weder Opfer des Schicksals noch den Umständen hilflos ausgeliefert sind. An der Realität können wir nichts ändern, doch wie wir damit gedanklich wie seelisch umgehen schon. Wir können in einer Kritik eine Aufforderung sehen, Fehler zu beseitigen oder aber uns von ihr herunterziehen lassen und in so in Lethargie verfallen. Wir und nicht das Schicksal entscheidet. Dies erkannte schon der Philosoph Arthur Schopenhauer:

„Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.“

Ich schreibe das hier nicht, um meinen Freund in ein schlechtes Licht zu stellen. Ich schreibe es, um auf die Wahlmöglichkeit hinzuweisen, vor der jeder von uns tausend Mal am Tag steht. Der innere Dialog, den wir ständig mit uns selbst führen, entscheidet über Erfolg und Misserfolg.

Das ist die gute Botschaft für uns alle. Wir können unser Schicksal beeinflussen und damit unser Leben. Wir dürfen uns von kurzfristigen Problemen nicht herunterziehen lassen. Wir müssen in ihnen sehen was sie sind: Momentaufnahmen, die im Hinblick auf unser langes Leben kaum eine Rolle spielen. Es sei denn, wir lassen uns von jeder negativen Entwicklung herunterziehen, dann werden wir selbst zu negativen Menschen. Wenn wir aber in einem Problem einen Wegweiser sehen, der uns darauf hinweist, dass der eingeschlagene Kurs falsch ist. Damit haben wir sofort die Chance, unser Verhalten zu ändern. Somit sparen diese Problem-Wegweiser Zeit und Geld. Deshalb gibt es aus meiner Sicht keine negative Kritik, sondern nur konstruktive.

Woraus besteht dein innerer Dialog, den du mit dir ständig führst? Wie reagierst du darauf, insbesondere dann, wenn dir diese Stimme mehr negatives als positives einzureden versucht? Lasse es nicht länger zu. Du herrscht über deine Gedanken und genau du entscheidest die Richtung. Lass nicht länger zu, dass negative Gedanken die Hoheit über dein Denken behalten. Positives Denken ist keine Plattitüde, sondern das einzige wirksame Mittel gegen selbstgewählte Leiden.

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