happy man jumping happy despite the bad weather

Es gibt kein leicht verdientes Geld

Bei aller Euphorie für Anleger, die vorausschauend handeln und investieren, bleibt leider ein Wermutstropfen zurück. Nicht selten nämlich träumen Aktionäre, ähnlich wie Lottospieler, davon, mit kleinem Einsatz das ganz große Geld zu machen. Da werden mögliche Börsengewinne schon mal hochgerechnet und im Geiste bereits mehrfach ausgegeben.

Mit mindestens gleicher Euphorie rennen Anleger jedem neu ausgerufenen Börsentrend hinterher, kaufen Aktien mit hohen Gewinnversprechen und wagen sich sogar an hochspekulative Optionsscheine. Die damit verbundenen Risiken werden einfach „ausgeblendet“. Die Vorfreude auf einen Reichtum durch schnellen Aktiengewinn lässt die Angst schwinden. Der mögliche Gewinn ist das Nonplusultra, dem hat sich alles andere unterzuordnen, auch die Vernunft. „30 Prozent Volatilität?“ Was ist das schon, klingt doch wenig. „Totalverlust?“ Das kann mir doch nicht passieren, ich habe alles unter Kontrolle. Mit dieser Einstellung gefährden die Anleger ihr Depot unnötig. Schlimmer noch, sie verspielen die guten Chancen.

Der Psychologe Daniel Gilbert sagte es so treffend: „Der Mensch ist das einzige Tier, das in die Zukunft denkt.“ Und genau das kann in der Geldanlage zum Problem werden, wie auch der US-Psychologe Daniel Kahneman bewies. Er erhielt den Nobelpreis für Ökonomie, und zwar für seine Forschungen im Bereich „Behavioral Finance“ (= verhaltenstheoretische Erklärungsansätze bei ökonomischen Entscheidungen), mit denen der Forscher das Herdenverhalten bei Investmententscheidungen auf spezielle Gehirnaktivitäten zurückführen konnte. Dazu schob Kahneman Probanden in einen Kernspintomografen. In dieser Situation wurden ihnen Fragen zu Geldanlagen gestellt.

Eine Frage lautete z.B.: „Hätten Sie lieber 100 Dollar jetzt oder 110 Dollar in vier Monaten?“ Zwischen solchen einfachen Fragen wurden auch knifflige Fragen gestellt. Der Kernspintomograf maß dabei, welche Bereiche des Gehirns bei der Beantwortung bestimmter Fragen besonders aktiv waren. Es kam hier zu überraschenden Ergebnissen. Wenn sich der Proband für eine sofortige Geldauszahlung entschied, war besonders das Kleinhirn aktiv. Dieser evolutionsgeschichtlich sehr alte Gehirnteil ist auch bei Reptilien vorhanden. Das bewusste Denken, für das das Großhirn verantwortlich ist, wurde nur dann aktiviert, wenn der Proband sich für eine spätere Geldannahme entschied. Somit lässt sich aus dieser Studie Folgendes festhalten: Ein Großteil des Investmentverhaltens wird von Mechanismen gesteuert, die aus einer Zeit stammen, als es nur um eines ging, ums Fressen und Gefressenwerden. Mit anderen Worten: Die alten Verhaltensmuster Kampf, Flucht oder Angriff beeinflussen die Menschen bis heute. Das mag für bestimmte Situationen auch ganz hilfreich sein, aber bei Geldentscheidungen ist dieses Verhaltensmuster absolut kontraproduktiv. Spontane Entscheidungen sind selten richtig. Erfahrene Kapitalanleger haben durch dieses Experiment endlich die Bestätigung erhalten, dass 90 Prozent des Anlageerfolgs darin bestehen, die eigenen Emotionen unter Kontrolle zu halten.

Unser Gehirn spielt uns in manchen Dingen also einen kleinen Streich, zwar unbeabsichtigt, doch mit weitreichenden Folgen. Das ist die zentrale Botschaft aus den zuvor zitierten Studien. Es kommt also entscheidend darauf an, das Gehirn richtig zu nutzen.

Fälschlicherweise unterstellen viele Menschen noch immer, dass z.B. positives Denken nur Wunschdenken sei und deshalb gar nicht funktioniere. Schlimmer noch, sie unterstellen Positivdenkern eine Art Leben in einer Wunschwelt. Das ist falsch! Optimisten leben deshalb „gesünder“, weil sie vom Gehirn belohnt werden. Vermittler zwischen Emotionen und Immunabwehr ist der so genannte präfrontale Kortex unseres Gehirns. Bei negativen Gefühlen wird dessen rechter Teil aktviert. Dieser Teil wird auch mit Depressionen in Verbindung gebracht. Positive Emotionen dagegen aktivieren den linken Teil. „Bei guter Laune ist unser Gehirn in der Lage, Stoffe zu produzieren, die sonst nur in hochpotenten Medikamenten vorkommen“,  sagt Prof. Manfred Schreblowski. Gemeint sind Serotonin und Endorphine. Diese Glückshormone beeinflussen unseren gesamten Organismus positiv, sodass sogar Heilungsprozesse beeinflusst werden.

Wie gut Optimismus und Lebenslust sogar vor Schlaganfall schützen, beweist eindrucksvoll die John-Hopkins-Studie, bei der 12 Jahre lang 600 Teilnehmer beobachtet wurden. Das Ergebnis überraschte selbst die Forscher. Denn Menschen mit einer positiven Einstellung hatten ein deutlich verringertes Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko und eine um 20 Prozent höhere Lebenserwartung. Eine Studie aus Israel mit 10.000 Teilnehmern kommt zu ähnlich guten Ergebnissen. Sie stellte fest, je höher die Produktion von Glückshormonen ist, desto geringer der Anteil schädlicher Stresszellen im Blut. Dadurch sinkt das Risiko von Herzinfarkt und Angina Pectoris um bis zu 75 Prozent.

Wie gut Gehirn und Abwehr kooperieren zeigt auch eine Untersuchung des Center for Neuroscience in Colorado. Jedes Virus, das in den Körper eindringt, löst die Produktion von Cytokinen aus. Diese Moleküle signalisieren dem Gehirn: Achtung, Feind im Anmarsch. Daraufhin regt der Hypothalamus Entzündungsreaktionen an. Jetzt haben die US-Forscher festgestellt, dass auch negative Gefühle die Ausschüttung von Cytokinen stimulieren können und so entzündliche Prozesse wie z.B. Rheuma anregen. Sind wir jedoch glücklich, produziert unser Gehirn umgekehrt jede Menge Abwehrzellen und schützt uns vor Infekten. Darüber hinaus altern Optimisten langsamer wie US-Wissenschaftler in einer Studie an 1.500 Senioren nachweisen konnten. Probanden, die das Leben genossen und positiv in die Zukunft blickten, bauten demnach langsamer ab als ihre weniger zuversichtlichen Altersgenossen.

Nun weißt du, warum ich ein unverbesserlicher Optimist bin – meiner Gesundheit zuliebe. Das Leben ist viel zu kurz, um es mit trübsinnigen Gedanken zu verbringen. Deshalb sollte man dankbar sein für jeden Tag, der uns geschenkt wird. Diese Haltung wird sich auch auf deine Finanzen auswirken, insbesondere auf deine Aktiengeschäfte. Je gelassener und ruhiger du dieses Thema angehst, desto größer werden deine Gewinne sein.

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Eine Antwort

  1. Ich kann dem Artikel nur zu stimmen, ich erlebe es hautnah an meinen erwachsenen Kinder ( 27/19) mein optimistischer Sohn kommt viel „gesünder“ damit klar über den plötzlichen Coronatod seines Vaters am 04.01.21 als seine 19 jährige melancholisch, wütend und „sich schuldig“ fühlende Schwester, die jetzt vor ca. 5 Tagen wirklich aus ihrer depressiven Stimmung gekommen ist…durch die Hilfe ihrerseits an ihrer Freundin, die plötzlich Obdachlos geworden ist, weil die Eltern sich nicht mehr kümmern können. So sind wir Alle verbunden und helfen uns und das Ende ist immer gut. Ja, aus Eigennutz bin und will ich optimistisch und positiv sein, danke für dieses 🎁 Artikels…die Welt wird immer besser und besser…trotz Corona

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren
weitere Artikel von Thomas Haak

Search anything