neil-thomas-329602-unsplash

Kann fehlende Unterstützung von Vorteil sein?

Du hast dich im Network Marketing eingeschrieben. Du hattest fünf Nachgespräche mit deinem Freund beim Kaffee, besuchtest eine örtlichen Präsentation und hattest eine Telefonkonferenz mit einem Firmenmitarbeiter. Nun bist nun endlich bereit, mit deinem eigenen Geschäft zu beginnen. Doch plötzlich ist dein Freund verschwunden. Der Freund, der mit dir jedes einzelne Detail der Firma durchging und dir sagte, wie du in diesem Geschäft erfolgreich werden kannst, ist nirgends mehr anzutreffen. Du fühlst dich enttäuscht und betrogen. Weil du jetzt keine Richtung, keine Ermutigung und keine Unterstützung mehr von deiner Upline erhältst.

Wie aber wäre deine Sicht auf diese Situation, wenn ich dir sagen würde, dass dies in Wirklichkeit ein Geschenk ist? Ich weiß, ich weiß, es fühlt sich derzeit nicht wie ein Geschenk an. Aber hör mir zu.

Ohne einen übergeordneten Partner, der dir zur Seite steht hast du die Gelegenheit, Rückgrat zu zeigen und zu der Führungskraft zu werden, die du sein sollst. Was aber wäre, wenn du einen fantastischen Upline-Partner hättest, der alles für dich getan hat und der dir genau gesagt hat, was zu tun ist? Der ständig deine Hand gehalten hat, während du dein Geschäft aufgebaut hast? Dann würdest du hierdurch nicht zu einer großen Führungskraft werden. Davon abgesehen, wird dein Geschäft nicht besonders groß wachsen, wenn du dich darauf verlässt, dass deine Upline während der ganzen Zeit für dich da ist.

Meine Upline ließ mich sitzen

Es gab einen frühen Moment in meiner Laufbahn, an dem ich hätte verzweifeln können, weil mich meine Upline nicht unterstützte. Doch ließ ich mich davon nicht von meinen Zielen abbringen. Ich klopfte mir den Staub aus den Klamotten und tat, was zu tun ist. Das war gut so, weil ich es damit zur Führungskraft gebracht hatte.

Ich sehe unser Business wie die Fahrstunden in einem Fahrschulwagen. Solange du noch keinen Führerschein hast, sitzt dein Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz, um dich in jeder Form zu unterstützen. Du nimmst am Straßenverkehr teil, ohne selbst Verantwortung zu haben. Dann bekommst du den Führerschein. Es ist der Tag, an dem du allein und ohne Fahrlehrer auf dem Sitz dein Auto durch den Straßenverkehr steuerst. Wenn du einen Führerschein besitzt, dann weißt du, wovon ich rede. In den ersten Stunden dieser „Alleinfahrten“ hast du wahrscheinlich Blut und Wasser geschwitzt und innerlich nach dem Fahrlehrer gerufen, einfach nur zur Sicherheit. Heute kannst du darüber lachen, damals nicht. Du siehst aber, wozu du fähig ist. Wir Menschen wachsen an den Widerständen und nicht durch Bemutterung. Wenn du Führungskraft in unserem Business werden willst, dann denke daran, dass du mit jedem überwundenen Hindernis stärker und erfolgreicher wirst.

In einem meiner ersten Partner-Unternehmen, bei dem ich eingestiegen war, gab es eine Führungskraft, die fantastische wöchentliche Meetings mit erstklassigen Präsentationen und wundervollen Erfahrungsberichten organisierte. Diese Meetings waren perfekt, weil ich lediglich einen Interessenten mitbringen musste. Alles andere wurde mir angenommen. Ich wurde als der Bursche bekannt, der zu jedem Meeting ständig jemand Neuen mitbrachte.

Hier ist, was ich tat: ich brachte meinen Interessenten dazu, ein Meeting zu besuchen und dann saß ich neben ihm und nickte zu allem, was während des Meetings gesagt wurde, mit dem Kopf. Ich stupste meinen Interessenten von der Seite an und sagte: „Ist das nicht cool?“ Und dann, wenn das Meeting vorbei war, wandte ich mich meinem Interessenten zu und fragte ihn, was ihm am besten gefallen hätte. So brachte ich Leute dazu, sich einzuschreiben.

Dann aber verließ die Führungskraft, die diese Meetings organisiert hatte, das Unternehmen. Plötzlich waren die Meetings nicht mehr besonders effektiv. Statt jede Woche fanden sie nun nur noch einmal im Monat statt. Und die Erfahrungsberichte waren einfach nicht mehr inspirierend. Die Firma hielt die Meetings nicht in der gleichen Qualität, die sie zuvor hatten und es gab sogar Gerüchte, dass die Meetings vollständig eingestellt werden sollten. Das war für mich sehr schlecht. Die Meetings stellten meine einzige Möglichkeit dar, um Menschen zum Einstieg zu bewegen. Also ging ich auf die Firma zu und bat um Unterstützung. Mein Wunsch war, dass diese Meetings in der gewohnten Qualität fortgeführt werden würden.  Doch die Firmenleitung weigerte sich. Nun war ich gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Fakt war, dass ich nicht länger Unterstützung durch meine Upline bekam. Zudem hatte ich meine einzige Strategie verloren, um Interessenten dazu zu bringen, bei mir einzusteigen. In dieser Situation hatte ich zwei Möglichkeiten: Zum einen konnte ich verzweifeln und darauf warten, dass jemand des Weges kam, der mir dabei helfen würde, herauszufinden, was ich tun sollte. Zum anderen konnte ich Rückgrat zeigen und die Meetings selbst abhalten. Ich entschied mich für Letzteres.

So ging ich in ein Hotel, legte dort das Geld, von dem ich meine Wohnungsmiete bezahlen sollte, auf den Tisch und reservierte einen Saal. Dann fügte ich eine Präsentation zusammen. Anschließend sagte ich all meinen Familienmitgliedern und Freunden dass sie, wenn sie mich liebten, bei dem Meeting anwesend sein müssten. Sie brauchten nicht mitzumachen, aber sie mussten da sein. Und sie mussten zu allem nicken, was ich sagte. Andernfalls würden die einzigen Menschen, die das Meeting besuchten, nur ein oder zwei Interessenten sein. Das sieht alles andere als Vertrauenserweckend aus. Wer Menschen überzeugen will, braucht Menschen, die davon „zeugen“ können, wie gut ein Angebot ist.

Meine Rechnung in Sachen Teilnehmer ging auf. Im ersten Meeting waren rund 50 Personen zu Gast. Das motivierte mich sehr. Ich machte weiter. Mit Erfolg. Die Zahl der Teilnehmer stieg stetig. Dann kam der Tag, an dem ich zur Führungskraft aufstieg.

Mein „Alleingang“ hat sich ausgezahlt. Mir war klar, dass ich nur dann mein eigenes Geschäft aufbauen und erfolgreich führen kann, wenn ich bereit war zu 100 Prozent Verantwortung zu übernehmen. Daher mein Tipp an dich:

Stehe auf und sorge selbst für deine Unterstützung

Wenn dir deine Upline nicht die Unterstützung bietet, von der du denkst, dass du sie brauchst, dann jammere nicht, sondern sorge selbst für dich. Übernimm Verantwortung. Werde zu einer Führungskraft und erschaffe deinen Erfolg selbst. Wenn dir deine Upline keine Unterstützung liefert, nimm es hin (es ist wie es ist – man kann niemandem zu seinem Glück zwingen). Verzweifle nicht, sondern besinne dich auf dein Talent und dein Potenzial und starte durch. Beweise Rückgrat und du wirst deinen Aufstieg zur Führungskraft nicht verhindern können.

Achte dabei stets auf deine Gedanken. 

Wenn du denkst, dass du mehr Ausbildung benötigst, bilde dich selbst aus. Lies Bücher, besuche Veranstaltungen, kaufe dir Trainingsprogramme. Wenn dir nicht die Ressourcen zur Verfügung gestellt wurden, um Präsentationen vor Interessenten zu geben, erstelle deine eigenen Ressourcen! Erstelle PowerPoint-Folien, buche einen Meetingraum, lade zu einem Zoom-Meeting ein und finde einen anderen Vertriebspartner, der bereit ist, dich zu unterstützen, mit dir gemeinsam das Ding durchzuziehen.

Du bist für deinen eigenen Erfolg verantwortlich.

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren
weitere Artikel von Eric Worre

Search anything