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Die Macht der persönlichen Authentizität

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Die Macht der persönlichen Authentizität

Richard Brooke Richard Brooke vor 7 Monaten
8 Minuten zum Lesen

Hast Du in den Nachrichten schon einmal die Bilder kleiner Kinder in unterentwickelten Ländern gesehen? Ist Dir aufgefallen, wie glücklich sie wirken (wenn sie nicht gerade hungern oder krank sind)? Hast Du Dich auch gefragt, wie dies sein kann? Wie können Kinder mit so wenig Dingen – und mit so wenig Zukunft – trotzdem glücklich, sorglos und voller Freude wirken? So viel Authentizität an den Tag legen? Erinnerst Du Dich noch, wie Du als kleines Kind warst … sagen wir, ab dem Alter von 3 bis circa 10 oder 12 Jahren? Weißt Du noch, wovon Du träumtest? Was war Deine Lieblingsbeschäftigung – Spielen oder Lernen? Erinnerst Du Dich an Irgendetwas, wovon Du geträumt hast, was Du einmal werden wolltest, wenn Du erwachsen bist? Weißt Du noch, was Dir wichtig war? War es ein Spiel… Gewinnen… Freundschaft… Familie… Natur… Abenteuer… Kochen… Kreieren… Vorsorgen?

Diejenigen Menschen, die auf diesem Planeten das höchste Maß an Authentizität zeigen, sind Kinder.

Als wir Kinder waren, war nicht nur alles möglich, wir haben es auch vorausgesetzt. Wir glaubten, wir könnten alles haben, was wir wollten – und zwar hier und jetzt. Wir glaubten, wir könnten alles, was wir tun wollten, auch sofort tun. Ohne Störungen oder Verhandlungen. Die Welt war unsere Glaskugel. Es konnte gar nicht anders sein. Nicht weil wir rücksichtslos und egoistisch waren. Sondern weil unsere schiere Existenz die Welt zu unserem Süßwarenladen gemacht hat, in dem wir ein unbegrenztes Guthaben hatten.

Aus diesem perfekten Kokon entwickelten wir ein natürliches und permanentes Muster an Vorlieben darüber, wie wir unsere Existenz erleben wollen. Einige von uns wollten Abenteuer, andere  Sicherheit; einige wollten kreativ werden, andere wollten versorgt sein. Dies sind die Vorlieben, die in der heutigen Psychologie oft als zentrale Werte genannt werden – die Werte, die unser Glück, unseren Frieden und unsere Macht definieren. Solange wir diese Dinge tun können und diese Vorlieben erfassen, befinden wir uns in unserem Fluss und das Leben ist schön – egal ob wir sind 7 oder 67 sind.

Doch was geschah dann?

Gerade, als wir begonnen hatten, dieses Fließen zu erleben – nicht lange, nachdem wir gelernt hatten, zu kommunizieren, unsere Möglichkeiten zu entdecken und an Lebenserfahrung zu gewinnen – nahm eine mächtige Kraft (in den meisten Fällen zwei mächtige Kräfte) in unserem Leben Form an. Diese beiden großen und mächtigen Kräfte waren der Schlüssel unserer Existenz. Sie stellten das Fundament zur Verfügung, in dem unsere grundlegendsten Bedürfnisse erfüllt wurden: Unterkunft und Nahrung. Diese beiden „Giganten“ – die jede Sekunde unseres Daseins durchdrangen – waren natürlich unsere ELTERN.

Eltern haben gewöhnlich immer gute Absichten und tragen fast immer einen großen Teil zu unserem Leben bei. Und zwar deutlich mehr, als uns nur am Leben zu erhalten. Aber bei all dem Guten, das sie darstellen, sind Eltern oft auch die größte Herausforderung für unser Aufwachsen. Und machen es uns oftmals schwer, unsere Träume, unsere persönlichen Vorlieben und unsere zentralen Werte zu leben.

Die meisten Eltern haben in der Schule nicht an den Kursen Elternschaft, Kindheitspsychologie und Authentizität teilgenommen. Sie haben diese Kurse deshalb verpasst, weil diese nicht existieren. Elternschaft folgt in unserer Gesellschaft in der Regel dem Vorbild der Natur. Es wird erwartet, dass es instinktiv schon irgendwie von alleine gehen wird.

Fehlgeleitete Wünsche?

Ein sicherlich bewundernswerter Instinkt ist der Wunsch, dass unsere Kinder so gut wie möglich sein sollen … um klug, stark und erfolgreich zu werden. Noch heimtückischer ist es, wenn wir uns wünschen, dass unsere Kinder, „Richtig“ sein sollen. Und was für einen besseren Weg könnte es geben, um „Richtig“ zu sein, als genauso zu werden, wie wir? Also machen sich Eltern früh daran, um sicherstellen, dass ihre Kinder so werden wie sie – mit dem richtigen Glauben, den richtigen Gewohnheiten, der richtigen Ethik, den richtigen Fähigkeiten, Hobbys, Karrierechancen, Religionen und sogar mit den richtigen Sportteams.

Du kannst Dich vielleicht an das unerbittliche Beharren erinnern: dass Du aus Sicht Deiner Eltern als Kind Dinge auf diese Weise tun solltest, die Dinge auf jene Weise zu sehen hattest und die Dinge auf diese Weise zu sagen hattest. Einige dieser Lektionen sind so tief verwurzelt, dass sie uns auch heute noch in uns klingen, wie ein früherer Kinderreim. Diese Lektionen werden auferlegte Werte genannt.

Eltern, mit ihrer überlegenen Kraft als Versorger durch Nahrung und Unterkunft, sind keine fairer Sparringspartner für ein Kleinkind, das noch keine Werte außer den natürlich vorhandenen Vorlieben hat. Dies erschafft einen unvermeidlichen Konflikt zwischen auferlegten und zentralen Werten.

Und so beginnt der Prozess des „Nicht Authentisch-Werdens“. Es begann mit dem ersten „sollte“: Du solltest dies tun, Du solltest jenes tun (mit anderen Worten, Du tust  es besser, oder sonst . . .!). Also haben wir gelernt, unsere grundlegenden Werte zu unterdrücken… sie bis zu einem sichereren Tag zu verstecken. Wir zogen immer die Kleidung an, die für uns jeden Morgen und jeden Abend herausgelegt wurden… die Kleidung die wir tragen sollten. Die Kleidung, die wir tragen mussten, oder sonst . . . Schicht über Schicht  von den Eigenschaften, wer wir sein sollten – um richtig und akzeptabel zu sein und um geliebt zu werden. Jede Schicht  tahl mehr und mehr von unserem spirituellen Selbst, unserer natürlich frei fließenden Essenz… unserer Macht.

Leider haben auch nach dem Tod unserer Eltern viele von uns noch Angst, sie zu enttäuschen.

Kannst Du sehen, wie hinterlistig und leistungsstark diese interne Programmierung ist? Wie also fangen wir am besten an, um diese Schichten gebrauchter Kleidungsstücke unserer Eltern ausziehen? Der Pfad der persönlichen Entwicklung ist ein Pfad der Authentizität. Authentizität ist die Wiederentdeckung und die Befreiung unserer zentralen Werte. Manchmal sind es die gleichen wie manche der Werte, die unsere Eltern verkörpert haben. Und es gibt immer irgendwelche unterdrückten Kernwerte, die darum kämpfen, losgelassen zu werden.

Je mehr wir – Du und ich – unser Leben im Einklang mit unserer eigenen Melodie führen, desto authentischer, friedlicher und mächtiger sind wir.

Um Dich bei der Wiederentdeckung Deiner zentralen Werte und Deiner Authentizität zu unterstützen, bitte ich Dich darum, die folgenden Fragen ehrlich zu beantworten:

  • Was für ein Mensch würdest Du sein und was würdest Du am liebsten tun, wenn es niemanden gäbe (niemanden … nicht Deine Eltern, Großeltern, angesehene Lehrer, Kollegen, Freunde, usw.) der Dir Vorschriften gemacht hätte?
  • Welche Kleidung würdest Du tragen? Welchen Hobbies würdest Du nachgehen? Wie würdest  Du Deine Zeit verbringen und Dein Geld ausgeben?

Mit anderen Worten, wer wärst Du, wenn Du die uneingeschränkte Erlaubnis eines jeden Menschen hättest, der Dich liebt und geliebt hat?

Fast immer wären wir jemand anderer,  als wir es derzeit sind. Fange daher jetzt – in aller Stille – an, Dein Selbst durch Authentizität zu formen – nicht von dem Punkt aus, wer Du jetzt bist. Sondern wer Du von Deinem wahren Inneren her bist. Ziehe die Schichten ab. Lasse Dein prachtvolles Ich hindurch scheinen. Beschreibe Dein Prachtvolles Ich im Detail; Schreibe es auf.

  • Wie siehst  Du aus?
  • Wie fühlst Du Dich?
  • Was tust Du am liebsten und wie tust Du es?
  • Welche Dinge sind Dir wirklich wichtig?
  • Was lässt Dich frei sein?
  • Was gibt Dir das beste Gefühl?
  • Wodurch gibst Du Dir die Erlaubnis, frei zu lieben?
  • Was inspiriert Dich und setzt Dich auf den Pfad der Großartigkeit?

Schreibe alles in der Gegenwartsform auf, um positive Bilder mit Deinen Worten zu erstellen.

Bestätige Dir diese Dinge. Lies täglich, was Du notiert hast. Sammle Bilder, Musik und Zitate, um diese Dinge zu unterstützen. Übe es genauso wie Deine Kinderreime ein, die Lieder und Gedichte, die Du als Kind auswendig gelernt hast. Denke darüber nach, was „auswendig“ bedeutet. Es wird Teil dessen, wer wir sind, existiert in jeder Zelle unseres Körpers und ist an unseren Geist gebunden.

Dieser Prozess funktioniert, um die Schichten der Visionen abzulegen, die andere für Dich hatten. So dass Du Deine wahre Essenz enthüllen kannst. Es funktioniert, weil der Prozess der Visualisierung Deines neuen Ichs – unabhängig von Deinen sinnlosen inneren Dialogen — im Laufe der Zeit Dein emotionales, spirituelles und unbewusstes Selbst trainiert. So dass Du es glaubst und akzeptierst.

Es funktioniert, weil es lediglich den kraftvollen Teil von Dir trainiert und  Dich wieder leuchten lässt. Authentizität ist bereits in Dir vorhanden und war schon immer da – aber eben noch von tausend nassen Tüchern zugedeckt.

Mein größter Mentor erzählte mir Ende der 70er Jahre, dass alle persönliche Macht aus Selbstehrlichkeit kommt. Ich denke, für Authentizität gilt das Gleiche. Wenn wir uns selbst erlauben, der oder die „einzig Wahre“ zu sein, lässt unserer persönlichen Kraft freien Lauf. Es ist fast wie ein außergewöhnlicher Prozess der Wiedergeburt.

Und Du kannst sofort damit anfangen.

 

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Richard Brooke
Richard Brooke

Durch Richards Coaching, Schriften und Seminare haben Tausende von Führungspersönlichkeiten neue Unterscheidungen in Bezug auf Zuhören, Führung, Mut, Beziehungen, Teamgeist und Spaß am großen Spiel entdeckt.

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